Flüchtlinge aus Afghanistan sollen bleiben dürfen

Asylkreis äußert Protest

In Haltern leben derzeit 60 Geflüchtete aus Afghanistan, bundesweit sind es 250 000. Geht es nach dem Willen der Bundesregierung, dann droht ihnen die Abschiebung. Der Asylkreis Haltern protestiert schriftlich und nimmt an einer Demonstration in Düsseldorf teil.

HALTERN

von Wilhelm Neurohr

, 07.02.2017, 17:13 Uhr / Lesedauer: 1 min

Mit Briefen an Politikern, mit Unterschriftensammlungen, Unterstützung einer Petition und Teilnahme an einer Protestdemonstration am 11. Februar in Düsseldorf zeigen die Ehrenamtlichen aus Haltern ihren Ärger.

„Als Mitglieder des Asylkreises Haltern am See fordern wir einen generellen Abschiebestopp und eine Wiederaufnahme der in den letzten beiden Jahren entschiedenen Asylverfahren, weil sich die Situation im Land so gravierend geändert hat“, schreiben Hermann Döbber und Friedrich Halfmann an NRW-Innenminister Ralf Jäger mit 65 Unterstützer-Unterschriften aus Haltern. Eine Kopie des Schreibens ging auch an die heimischen Bundestags- und Landtagsabgeordneten sowie an Bürgermeister Bodo Klimpel.

Permanente Bedrohung

„Der Halterner Asylkreis will in seiner konkreten Arbeit alle Möglichkeiten ausschöpfen, die Sammelabschiebungen zu verhindern“, betonen die Initiatoren entschlossen und hatten in einem konkreten Einzelfall bereits Erfolg. „Wir haben uns sowohl mit dem Schicksal Betroffener als auch mit der gegenwärtigen Lage in Afghanistan befasst. Wir wissen also, was wir tun, wenn wir gegen die derzeitige Abschiebepraxis in das angeblich sichere Herkunftsland protestieren“.

Hoffen auf Solidarität

Die täglichen Terror- und Bombenanschläge in Afghanistan haben nach Berichten von Amnesty International die Zahl der Binnenflüchtlinge auf 1,2 Millionen ansteigen lassen. Den 1600 Ausreisepflichtigen aus Deutschland droht nach Rückkehr Obdachlosigkeit. „Es herrscht permanente Bedrohung der Zivilbevölkerung in einem Land, in dem Krieg herrscht und Willkür der Polizei auch gegen Minderjährige und Frauen“, so der Asylkreis. „Unser Protest richtet sich gegen Abschiebungen bei Nacht und Nebel. Wir hoffen, dass sich viele Halterner Bürger anschließen“, so die Initiatoren.

Wer sich von Haltern der Protestdemonstration in Düsseldorf anschließen möchte, trifft sich am Samstag (11. Februar) um 10.30 Uhr am Bahnhof Haltern (Abfahrt um 11.45 Uhr); die Fahrtkosten (mit Gruppenticket NRW) übernimmt der Asylkreis.

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