Flüchtlinge bedanken sich mit Abschiedsfest

Viel Liebe gegeben

103 Flüchtlinge verlassen bis zum 16. August die Landesnotunterkunft in Sythen am Stockwieser Damm. 76 von ihnen gehen bereits am Dienstag. Rührend bedankte sich Lehrerin Azharal Shammari aus dem Iran für die Halterner Gastfreundschaft.

SYTHEN

, 05.08.2016, 17:17 Uhr / Lesedauer: 1 min
Flüchtlinge bedanken sich mit Abschiedsfest

Azharal Shammari aus dem Iran bedankte sich mit einer Rede auf Deutsch für die Gastfreundschaft der Halterner. Auf dem Foto links Christian Schlüter, Leiter der Landesunterkunft, und rechts sein Mitarbeiter Amin El-Mir.

„Allen, die uns die Hände gereicht, unsere Schmerzen geteilt und uns Liebe gegeben haben, danken wir von Herzen. Wir haben Vertrauen gefasst“, sagte sie Freitag auf dem Abschiedsfest zu Ehren aller Helfer. 170 Gäste – darunter Asylkreis, Caritasverband, Stadt und Campdoktor Dr. Manfred Dammer – waren geladen: zu einem üppigen Mahl und zur freundschaftlichen Begegnung.

Selbstlose Hilfe

Unterkunftsleiter Christian Schlüter dankte allen Ehrenamtlichen, die das Rote Kreuz als Betreiber unermüdlich, ohne jegliche Kosten und Mühen zu sparen, in vielen Bereichen unterstützt und eine Menge Aufgaben übernommen haben. „Viele waren immer selbstlos zu jeder Tages- und Nachtzeit zur Stelle, wenn Hilfe gebraucht wurde.“

Mitarbeiter Amin El-Mir wandte sich an seinen Arbeitgeber. Der DRK-Kreisverband Coesfeld habe es dem in Sythen arbeitenden Team ermöglicht, einer abwechslungsreichen und vor allem menschennahen Beschäftigung nachzugehen.

Sehnsucht nach Frieden

Mit Blick auf die weltpolitische Lage wurde DRK-Vorstand Christoph Schlütermann  nachdenklich. „Wir alle wollen in Frieden miteinander leben und sehnen uns nach Frieden. Hier in Sythen zeigt sich, dass das sehr wohl geht.“ Er wünschte den Flüchtlingen vor allem eine sichere Zukunft.

Flüchtlinge aus Syrien, dem Iran und Irak, aus Afghanistan, Ghana, Marokko und Mazedonien im Alter von 0 bis 72 Jahren verlassen Sythen in der Hoffnung, nach der Aufenthaltsgestattung nun auch die Anerkennung zu bekommen. Zum Teil haben sie seit Dezember in der Unterkunft gewohnt.  „Ich bin eine Tochter Syriens, vor der Hölle geflüchtet, und habe jetzt die Chance, mit Euch leben zu dürfen. Ich gratuliere zu diesem wundervollen Land“, bewegte Lama Maraiany die Gäste mit ihrer Rede – auf Deutsch.

Am 6. September 2015 richtete das Land die Notunterkunft für Flüchtlinge in einem ehemaligen Camp der Britischen Rheinarmee in Sythen ein. Insgesamt 845 Menschen, die vor Gewalt und Krieg geflohen waren, fanden hier eine vorübergehende Bleibe. Von den nun letzten 103 Flüchtlingen sind 34 unter zehn Jahre alt. Es gab einen besonders schwarzen Tag: Am 11. März 2016 wurde ein irakisches Mädchen (6) vor der Unterkunft von einem Auto erfasst und tödlich verletzt.

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