Flüchtlinge möchten bleiben

Landesnotunterkunft wird zum 31. August geschlossen

108 Flüchtlinge leben derzeit in der Landesnotunterkunft Sythen. Am 31. August wird diese Unterkunft mit 220 Plätzen geschlossen, einen Monat später als zunächst angekündigt. "Die Flüchtlinge fühlen sich in Haltern so wohl, dass sie am liebsten bleiben würden", sagte am Montag auf Nachfrage DRK-Vorstand Christoph Schlütermann.

SYTHEN

, 20.06.2016, 18:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
Flüchtlinge möchten bleiben

Ein schweres Kettenschloss sichert e noch am Freitagmorgen das Tor der Unterkunft für Asylbewerber, auf dem ehemaligen Gelände der britischen Rheinarmee am Stockwieser Damm.

Wie bereitet sich das Rote Kreuz als Betreiber auf die Schließung der Unterkunft vor?

Der Kreisverband Coesfeld hat nach Auskunft von Christoph Schlütermann die schriftliche Bestätigung bekommen, dass die Unterkunft am Stockwieser Damm zum 31. August geschlossen wird. 14 Tage vorher wird das DRK das Camp leer ziehen, damit Mitarbeiter Überstunden abfeiern oder Urlaub nehmen beziehungsweise Restarbeiten ausführen können. Im September 2015 war die Unterkunft eröffnet worden, das DRK leistete mit der Übernahme der Leitung Nachbarschaftshilfe.

Wo werden die Flüchtlinge bleiben?

Kürzlich sind Flüchtlinge von Sythen nach Mönchengladbach in eine Landesunterkunft geschickt worden. Andere kommen nach Werne, Hamm oder sogar in den Teutoburger Wald. "Viele Familien würden am liebsten in Haltern bleiben, weil sie hier so gut betreut werden", stellt Christoph Schlütermann fest. Nur zu verständlich, denn einige leben bereits ein halbes Jahr im Sythener Camp.

Welche Perspektiven haben die DRK-Mitarbeiter?

25 Betreuer sind in Sythen beschäftigt, außerdem zehn Mini-Jobber in der Essensausgabe. "Es bereitet mir Sorge, dass wir nur wenige übernehmen können", sagt Christoph Schlütermann. Aber das DRK steht in Kontakt mit der Arbeitsagentur Coesfeld, um eine Qualifizierungsmaßnahme zu initiieren. "Für diejenigen, die für soziale Arbeit besonders geeignet sind, bietet sich eventuell die Möglichkeit, sich als Integrationshelfer fortbilden zu lassen."

Wie gut funktionierte die DRK-Betreuung auf "fremdem Territorium"?

Die Zusammenarbeit mit der Stadt Haltern und allen Ehrenamtlichen funktioniert sehr gut. Schlütermann: "Wir bedanken uns schon jetzt, alle haben auf kurzen Wegen einvernehmlich zusammen gearbeitet. Deshalb haben wir gern ausgeholfen und bedauern, dass die Kooperation zu Ende geht."

Wird die Stadt Haltern das Mietverhältnis mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben wieder lösen?

Die Stadt hat die Büros des ehemaligen Britencamps angemietet - ohne jedoch dafür Miete zu entrichten - und dem Land zur Verfügung gestellt. Wenn die Landesnotunterkunft aufgegeben wird, bleibt das Mietverhältnis bestehen. Die Stadt will die Gebäude als Reserve halten, wenn wieder mehr Flüchtlinge nach Haltern kommen.

Bleiben die Möbel vor Ort?

Das Küchenmobiliar, Tische, Bänke und Betten bleiben vor Ort. "Wir haben das Bestreben, diesen Standort leistungsfähig aufrecht zu erhalten", sagte dazu Stadtsprecher Georg Bockey.

Rechnet die Stadt mit neuen Zuweisungen?

Seit Februar sind Haltern keine Flüchtlinge mehr zugewiesen worden. Bockey: "Aber wir müssen gerüstet bleiben."

Die Haltern zugewiesenen 539 Flüchtlinge wohnen in 17 Unterkünften sowie in 26 angemieteten Wohnungen.

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