Flüchtlings-Container am Bahnhof sind weg – Stadt arbeitet an Plänen für neue Wohnhäuser

rnAnnabergstraße

Die schäbigen Wohncontainer an der Annabergstraße sind weg. Ein Kran „hob“ sie für den Abtransport auf Tieflader. Die Stadt plant in der Nachbarschaft zum Bahnhof ein neues Baugebiet.

04.09.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Wohncontainer hatten als Unterkunft für alleinstehende Asylbewerber schon ausgedient, als am 22. August Unbekannte einstiegen, Waschbecken zerstörten und als Beute schließlich Armaturen von Duschen, Wasch- und Spülbecken mitgehen ließen.

Zu dem Zeitpunkt waren die Männer bereits umgezogen in andere städtische Unterkünfte. Die auf fünf Jahre gemieteten Container mit gemeinschaftlich genutzten Toiletten und Küchen galten ohnehin nur als Notlösungen. Die Stadt ist bestrebt, die Unterbringung von geflüchteten Menschen, die auf der Suche nach einer neuen Heimat sind (aktuell sind das 730), möglichst auf die Standorte Lorenkamp und Wasserwerkstraße und somit auf wenige Standorte zu konzentrieren.

Zurück ins Sauerland

Am Dienstag hob ein Kran die 30 Container auf Tieflader, um sie vertragsgemäß zum Besitzer, einer privaten Firma aus dem Sauerland, zurückzubringen.

Seit September 2015 wohnten alleinstehende Männer in den trostlosen Behausungen. Anfangs waren es bis zu 40, zuletzt nur noch 24. 25 Container dienten als Wohn- und Schlafräume, zwei als Küchen, drei als Sanitärräume. Die Mietkosten betrugen bei 40 Personen jeweils 175 Euro im Monat. „Solche Konditionen hätten wir im freien Wohnungsmarkt nicht gefunden“, betont Stadtsprecher Georg Bockey. „Zumal das Land einen Zuschuss von 70 Prozent gewährt hat.“ Anfallende Reparaturen hat im Laufe der vier Jahre stets der Baubetriebshof erledigt.

Fläche aktivieren

Nun liegt die Fläche in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof erst einmal brach. Aber das wird sich in den nächsten Jahren ändern.

Da die Nachfrage nach Wohnungen und Bauland in Haltern unvermindert hoch ist, will die Stadt dieses Areal am Eingang der Annabergstraße aktivieren. Hier könnten, so erste Überlegungen, Wohnungen, aber auch neue Gewerbebetriebe entstehen.

Mit einem möglichen Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan „Südliche Annabergstraße“ werde, so die Stadt, ein wichtiges, innerstädtisches Entwicklungspotential für die nächsten Jahre definiert. Eventuell ist allerdings auch ein Bauen ohne B-Plan nach Paragraf 34 des Baugesetzes möglich.

Im Isek-Gutachten

Die Fläche ist im vergangenen Jahr im von der Stadt beauftragten „Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept“ (Isek) untersucht und als entwicklungswürdig eingestuft worden.

Laut Auskunft der Bauverwaltung plant die Stadt, im kommenden Jahr einen Ideen-Wettbewerb auszuschreiben, um zu sehen, was an dieser Stelle möglich ist. Die Fläche umfasst den jetzigen Park & Ride-Parkplatz (er wird bekanntlich an die Südseite des Bahnhofs verlegt) und den Platz, auf dem die Wohncontainer standen.

Ab wann kann gebaut werden? Diese Frage mag Baudezernentin Dr. Andrea Rüdiger noch nicht beantworten. Zwei oder drei Jahre werden bis zu einem ersten Spatenstich sicherlich noch vergehen.

Lesen Sie jetzt