Flüchtlingszahlen: Die Stadt Haltern gibt elf weiteren Geflüchteten eine Heimat

Quote noch nicht erfüllt

Erstmals seit August 2019 wurden Haltern wieder geflüchtete Menschen zugewiesen. Gerade kamen Familien aus dem Irak, aus Serbien sowie ein alleinstehender Mann aus China.

Haltern

, 28.01.2020, 16:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
Flüchtlingszahlen: Die Stadt Haltern gibt elf weiteren Geflüchteten eine Heimat

Hinter dem Gebäude der Stadtwerke entstanden neue Unterkünfte für geflüchtete Menschen, die ihnen mehr Privatsphäre bieten. © Benjamin Glöckner

Aktuell leben 740 Flüchtlinge in Haltern. Diese Zahl ist seit Monaten relativ konstant. „Dies liegt auch daran, dass sich die Zahl derer, die in ihre Heimat zurückkehren oder im Rahmen des Dublin-Verfahrens in ein anderes europäisches Land überstellt werden, in etwa mit der Zahl derer deckt, die im Rahmen von Familiennachzügen nach Haltern am See kommen“, erklärte dazu Helmut Lampe, Fachbereichsleiter Ordnung und Soziales, im Ausschuss Generationen und Soziales.

Die Stadt hat die vorgegebene Quote noch nicht erfüllt

Von den 740 geflüchteten Menschen benötigen derzeit 718 Personen eine finanzielle Unterstützung durch das Jobcenter oder vom Sozialamt. Oftmals handelt es sich nach Auskunft von Helmut Lampe nur um sogenannte aufstockende Leistungen, wenn zum Beispiel mit dem Erwerbseinkommen und dem Kindergeld der notwendige Lebensunterhalt einer Familie nicht komplett sichergestellt werden kann.

Erstmals seit August 2019 hat die Bezirksregierung Arnsberg als zuständige Behörde Haltern jetzt wieder elf Personen zugewiesen. Sie kamen in der vergangenen Woche in die Seestadt.

Nach der aktuellen Verteilerstatistik für Nordrhein-Westfalen mit Stand vom 12. Januar 2020 hat die Stadt noch 19 Personen entsprechend der Erfüllungsquote des Flüchtlingsaufnahmegesetzes aufzunehmen. „Möglicherweise werden noch einige weitere Flüchtlinge kommen“, sagte Helmut Lampe.

Stadt möchte zwei Häuser als Unterkünfte aufgeben

Nach wie vor will die die Stadt das Gesundheitsamt als Flüchtlingsunterkunft aufgeben. Die Zustände in dem alten Haus mit Gemeinschaftsküche und -bad sind für alle Bewohner sehr belastend.

Aufgeben möchte die Stadt ebenfalls das von den Stadtwerken angemietete Haus an der Recklinghäuser Straße aufgeben. „Allerdings müssen wir bei diesen Planungen auch immer die Gesamtsituation weltweit im Auge behalten. Wenn ich zum Beispiel an den Konfliktherd im Mittleren Osten oder die Flüchtlingslager in der Türkei denke, ergeben sich viele Unsicherheiten im Hinblick auf die zukünftige Entwicklung der Flüchtlingszahlen“, kommentierte das Helmut Lampe.

Grundsätzlich sei aber geplant, die im ehemaligen Gesundheitsamt noch wohnenden 15 alleinstehenden Männer kurz- bis mittelfristig in die anderen Unterkünfte umziehen zu lassen.

Unterkünfte und Privatwohnungen sind belegt

In den städtischen Unterkünften und den von der Stadt gemieteten Privatwohnungen sind die Wohnungen und Zimmer nahezu vollständig belegt. Allerdings, so Lampe, habe die Stadt die Belegung relativ großzügig gestaltet, um Konfliktpotenzial zu minimieren: „Insofern wäre die Unterbringung weiterer Personen bei dann allerdings engerer Belegung jederzeit möglich.“

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