Forensik in Haltern: Die Gegenwehr eines „zahnlosen Tigers“

Meinung

Seit 2013 ist bekannt, dass in der Haard eine neue Maßregelvollzugsklinik gebaut werden soll. Viel Gegenwehr kommt nicht. Ein Kommentar dazu.

Haltern

, 30.03.2021, 10:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Als die damalige Ministerin Barbara Steffens in die Seestadthalle kam, um die Wahl des Forensik-Standortes zu verteidigen, formierte sich viel Widerstand (Foto). Mit Erfolg für Lippramsdorf, zu Ungunsten von Hamm-Bossendorf.

Als die damalige Ministerin Barbara Steffens in die Seestadthalle kam, um die Wahl des Forensik-Standortes zu verteidigen, formierte sich viel Widerstand (Foto). Mit Erfolg für Lippramsdorf, zu Ungunsten von Hamm-Bossendorf. © Archivbild Holger Steffe

Ein weiteres Mal hat NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann bekräftigt, dass in Haltern eine Maßregelvollzugsklinik für kranke Straftäter gebaut wird. Horcht man in das Vergangene hinein, wird bewusst, wie lange dieses Thema Haltern schon begleitet.

2011 bat die damalige Ministerin Barbara Steffens (Die Grünen) die Städte um Standortvorschläge, 2012 machte sie mangels Bereitschaft selbst Nägel mit Köpfen. Am erstgenannten Standort in Lippramsdorf formierte sich flugs eine kreative Bürgerinitiative, die mit pfiffigen Aktionen so viel Gegenwind erzeugte, dass die Ministerin 2013 auf den Standort in Hamm-Bossendorf umschwenkte. War das ein Deal? Dazu gibt es widersprüchliche Aussagen.

Jetzt lesen

Eine Bürgerinitiative gegen eine Klinik in der Haard strampelt sich seit Jahren ab, einen starken Rückhalt hat sie nicht. Weder in Hamm-Bossendorf noch in der Politik regt sich großer Widerstand. Dass jetzt der Antrag zur erneuten Standort- Prüfung erst einmal zurückgestellt ist, zeigt, wie zahnlos der Tiger in Haltern ist. Politische Gegenwehr, so lässt sich vermuten, wird nur zur Schau gestellt.

Intransparenz hin oder her: Warum sollte der Minister mit der Suche von vorn beginnen? Er ist doch froh, dass die Vorgängerregierung diese unpopuläre Aufgabe vor dem Regierungswechsel erledigt hatte. Bliebe noch eine Klage gegen das Land. Aber die hat bisher keine Kommune gewonnen.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt