Frank Goosen erzählte bei seiner Lesung in Haltern vom Mauerfall und Beziehungsproblemen

Bochumer Autor

In der Aula des Schulzentrums las der Bochumer Autor Frank Goosen aus seinem neuen Buch „Kein Wunder“, erzählte aus seinem Privatleben und gab einen Ausblick auf seine kommenden Werke.

Haltern

, 29.05.2019, 13:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
Frank Goosen erzählte bei seiner Lesung in Haltern vom Mauerfall und Beziehungsproblemen

Frank Goosen las aus sechs Kapiteln seines neuen Romans "Kein Wunder". © Pascal Albert

„Es ist ein bisschen unheimlich, in der Schule zu lesen“, gestand Autor Frank Goosen zu Beginn der Lesung seines neuen Buches „Kein Wunder“ in der Aula des Schulzentrums. Denn im Unterricht während seiner Schulzeit habe er nie gerne laut vorgelesen, erzählte er.

Nach „Förster, mein Förster“ ist Goosens neuestes Werk das zweite mit Hauptfigur Förster. Die Handlung spielt im Jahr 1989, vor und nach dem Fall der Berliner Mauer. Gemeinsam mit Bröcki fährt Förster vom Ruhrgebiet nach Berlin, um den gemeinsamen Freund Fränge zu besuchen. Der sieht sich selbst als „Weltenwanderer der Liebe“ und hat zwei Freundinnen - eine im Osten und eine im Westen. Probleme sind da bereits vorprogrammiert.

Bildhafte Sprache und skurrile Charaktere

Genauso so skurril wie sich die Handlung anhört, sind auch die Figuren, die Goosen mit viel Einsatz bei seiner Lesung zum Leben brachte. Besonders seine Darstellung des während der Fahrt nach Berlin betrunkenen und von Liebeskummer geplagten Brocki begeisterte das Publikum.

Genauso wie seine sehr bildhafte Sprache und die vielen Tempowechsel beim Erzählen. Mal las er schnell und ohne auch nur einmal Luft zu holen, ein andermal sprach er langsam und mit ausgeprägter Betonung. Zwischen den Kapiteln wurde dann auch mal über den FC Schalke gelästert, sich über seinen Lieblingsverein VfL Bochum aufgeregt oder über das schlechte Wetter am Nachmittag gesprochen.

Dritter Förster-Roman in Planung

Egal welches Thema Frank Goosen ansprach, das Publikum brachte er am Ende jedes Mal zum Lachen. Auch als Serien-Fan outete sich der Autor und gestand, vor allem für Arzt-Serien zu schwärmen. „Einen Luftröhrenschnitt krieg ich hin, kein Ding“, gab er sich selbstsicher mit einem Lächeln.

Als in einer anschließenden Fragerunde zuerst niemand eine Frage zu haben schien, stellte sich der Bochumer kurzerhand selbst Fragen. Dabei berichtete er auch, dass er vom Mauerfall am 09. November 1989 erst am nächsten Tag im Radio gehört hatte. Zum Schluss gab er noch einen Ausblick auf seine kommenden Projekte. Aktuell arbeite er an einem Buch zu den Beatles. Auch einen dritten Roman mit Förster stellte er in Aussicht. Organisiert wurde der Abend von der Buchhandlung Kortenkamp, die zu ihrem 150. Geburtstag eine Vielzahl von Lesungen veranstaltet.

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