Frühschwimmer sind verärgert

Veränderte Öffnungszeiten sorgen für Unmut

Mit dem Slogan "Energie und Lebensfreude" wirbt das Freizeitbad Aquarell um Badegäste. Vielen Frühschwimmern ist die Freude jedoch vergangen. Von der Entscheidung des Stadtwerke-Aufsichtsrates, das Freibad ab dieser Saison erst um neun, statt um sieben Uhr zu öffnen, sind sie enttäuscht.

HALTERN

, 03.05.2016, 16:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Frühschwimmer sind verärgert

Die Frühschwimmer stehen künftig am Freibad vor verschlossenen Türen.

"Wir finden das nicht in Ordnung. Wir kommen seit etlichen Jahren, zählen zu den Stammgästen und nun stößt man uns so vor den Kopf", sagt zum Beispiel Annelie Schrief. Gestern trommelte sie weitere Frühschwimmer aus Haltern und Umgebung zusammen, um gemeinsam am Eingang zum Freibad ihren Unmut zu äußern. Mit den verkürzten Öffnungszeiten würden Berufstätige oder Ältere ausgeschlossen, die nur früh morgens schwimmen können oder wollen. Das Hallenbad, so betont sie, sei keine geeignete Alternative. "Es ist eine viel schönere Atmosphäre, wenn man draußen schwimmen kann."

Kostensparzwang

Badleiter Heinz van Buer (Foto) kann die Verärgerung ein Stück weit nachvollziehen, er sagt allerdings ganz deutlich: "Wir stehen unter einem enormen Kostensparzwang. Das Personal für ein Frühschwimmen drinnen und draußen können wir uns nicht mehr leisten. Das ist wirtschaftlich nicht darstellbar."

Im Herbst war ein Gutachten zur Bädersituation in der Seestadt zu dem Ergebnis gekommen, dass die Öffnungszeiten des Freizeitbades Aquarell im Vergleich zu anderen Bädern gleicher Größenordnung sehr ausgedehnt sind. Das führe zu einem ungünstigen Verhältnis von Öffnungsstunden zu Eintrittserlösen, hatte der Gutachter unter anderem geurteilt.

Großer Zuschussbedarf

"Daraufhin haben wir uns gemeinsam mit den Mitarbeitern die Besucherströme angeguckt", erklärt van Buer. Der Vorschlag einer moderaten Reduzierung der Öffnungszeiten wurde im November vom Aufsichtsrat der Stadtwerke gebilligt. Auf Wunsch der Gäste seien auch noch einige Modifizierungen vorgenommen worden, aber es könne letztlich nicht jeder Wunsch erfüllt werden.

Der Kostensparzwang, so der Badleiter, sei auch dem Beitritt zum Stärkungspakt geschuldet. Den aufgebrachten Frühschwimmern erklärte er gestern ausführlich die Problematik. Im Jahr 2014 habe der Zuschussbedarf der Badanlage fast 1,7 Millionen Euro betragen. "Diesen Zuschussbedarf müssen wir drastisch drücken, um mindestens 150000 Euro."

Ihm persönlich sei es ein großes Anliegen, dass die Anlage in der jetzigen Form erhalten bleibt. "Das auf Dauer zu schaffen, wird schwierig genug."

Lesen Sie jetzt