Fünf Mädchen räumen Lavesum auf

Green Kids

LAVESUM Und wieder ist das kleine Örtchen im Halterner Norden ein Stückchen sauberer. Die „Green Kids“ haben ganze Arbeit geleistet, der Müllsack ist voll. Und da sage noch jemand, die Jugend von heute würde sich nicht für ihre Umwelt interessieren.

von Von Felix Guth

, 15.05.2009, 16:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
Eine halbe Stunde unterwegs, der blaue Müllsack wird immer voller.

Eine halbe Stunde unterwegs, der blaue Müllsack wird immer voller.

An diesem sonnigen Nachmittag stehen die Fünf in Paulas Garten. Die Gastgeberin entfaltet raschelnd eine blaue Mülltüte. Carina verteilt Gummihandschuhe. Es quietscht leise, als die Mädchen sie überziehen. Für die Müll-Sammelaktion, die sie vorhaben, sind sie unverzichtbar. „Ich weiß noch, wie unsere Hände beim letzten Mal gestunken habe“, ruft Marie und verzieht vorsorglich schon mal das Gesicht. Die „Green Kids“ sind startbereit. Schon direkt hinter dem Haus stürzen sie sich auf die Straßenränder.   „Da ist was“, ruft Sarah triumphierend. Ein Papierschnipsel segelt auf den Boden der Mülltüte. Nur wenige Minuten später ist er blickdicht verdeckt: Von Zigarettenkippen, Schokoriegel-Verpackungen, Glasscherben, Kaffeebechern. Am Rand eines Feldes findet Paula eine leere Schnapsflasche. „Die Leute schmeißen die Sachen dahin, wo sie denken, man findet sie nicht“, sagt sie, ganz Müll-Expertin. Aber nicht mit den „Green Kids“. Sie räumen auf und scheuen dabei weder Brennnessel-Büsche noch steile Abhänge. „Oh, Zigarette“, murmelt Sarah ganz routiniert und entsorgt eine weitere Kippe. Es ist schon ihre zwanzigste an diesem Nachmittag. Verschwitzt und mit Grasflecken an den Knien kommen die Mädchen nach einer 45-Minuten-Tour wieder an Paulas Haus an. Der Müllsack wiegt mittlerweile gut zwei Kilo – die erschütternde Ausbeute von wenigen Straßenzügen und Feldwegen.

Es ist nicht so, dass die Grundschülerinnen nichts anderes zu tun hätten. Fast jede von ihnen spielt ein Instrument, geht zum Tanzen, Schwimmen, Klettern. Doch der Mittwoch gehört ganz dem grünen Gewissen. Sie belassen es nicht beim Müllsammeln. Als „Umwelt-Reporter“ zogen sie mit einer Digitalkamera durch Lavesum und interviewten Anwohner. „Ach, wie süß“, stand den meisten ins Gesicht geschrieben, als sie die Mädchen sahen.   Bei Fragen wie „Was tun Sie im Alltag, um die Umwelt zu schützen?“, geriet manch erwachsener Mann allerdings ins Stottern. Weiter „grün“ Mit dem Ende der Grundschulzeit trennen sich die Wege der fünf Freundinnen vorerst. Die „Green Kids“ soll es weiter geben. Klassenkameraden, Eltern, sogar der Naturschutzbund – Zuspruch erhalten sie von allen Seiten. Und da Lavesumer und Durchreisende ihren Abfall weiterhin fleißig in der Botanik abladen, gibt es wohl auch in Zukunft genug zu tun. 

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