"Fünf verpflichtende Tage sind nicht vorstellbar"

Offene Ganztagsschule

Die Elterninitiative „Für eine familienfreundliche Offene Ganztagsschule in NRW“ sammelt Sympathien und Unterschriften. „Mittlerweile zählen wir 7000 Unterzeichner, 3452 allein aus dem Kreis Recklinghausen“, zieht Christian Zehren eine erste Bilanz. Auch Ex-Fußballprofi Christoph Metzelder steht auf der Seite der Eltern.

HALTERN

, 16.12.2016, 06:23 Uhr / Lesedauer: 1 min
Schüler der Drusenbergschule in Bochum essen am 09.10.2012 ihr Mittagessen. Der nordrhein-westfälische Verbraucherschutzminister hat die offene Ganztagsschule im Rahmen einer Überprüfung auf Schulhygiene und Ernährungsqualität ausgezeichnet. Foto: Roland Weihrauch dpa/lnw  +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit

Schüler der Drusenbergschule in Bochum essen am 09.10.2012 ihr Mittagessen. Der nordrhein-westfälische Verbraucherschutzminister hat die offene Ganztagsschule im Rahmen einer Überprüfung auf Schulhygiene und Ernährungsqualität ausgezeichnet. Foto: Roland Weihrauch dpa/lnw +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit

Hintergrund der Aktion ist, dass die Bezirksregierung auf die Umsetzung eines Erlasses der Landesregierung besteht, wonach Grundschulkinder verpflichtend an fünf Tagen die Woche die Offene Ganztagsschule besuchen müssen. Bislang hat die Stadt den Erlass großzügig interpretiert und auch drei Betreuungstage zugelassen. Die Gemeindeprüfungsanstalt kündigte eine Kontrolle an, bei Verstoß kann das Land Zuschüsse zurückfordern. Aus diesem Grund hatte die Stadt die Problematik sofort transparent gemacht.  

Halterner Eltern wehren sich. Sie gründeten die Initiative (wir berichteten) und suchen nun möglichst viele Mitstreiter. „Das ist ja nicht allein ein Halterner Problem, sondern geht Eltern in ganz Nordrhein-Westfalen an“, betont Sprecher Christian Zehren. „Wem auch immer wir die Problematik schildern, der sagt, die verpflichtende Regelung macht keinen Sinn“, gibt Zehren die Stimmung wider. Bis Mitte Februar will der Elternkreis Unterschriften sammeln, dann geht die Petition zur Landesregierung. „Wir werden die Landespolitiker in die Verantwortung nehmen und auch die Landräte um Stellungnahmen bitten“, kündigte Zehren an. Man werde genau darauf achten, wie das Thema OGS während des Wahlkampfes behandelt werde. „Fünf verpflichtende Tage sind nicht vorstellbar.“

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Josef Hovenjürgen (CDU) und Klaus-Peter Müller (SPD) haben den Elternprotest in Düsseldorf vorgetragen, er ist bis zur Ministerpräsidentin vorgedrungen. Sie habe sich, so Christian Zehren, aber noch nicht geäußert. Die Elterninitiative wäre glücklich, wenn vor der Landtagswahl eine klare Aussage getroffen würde.

Für die Offene Ganztagsschule gibt es zwei Anmeldetermine. Am 31. März für Eltern, die ihre Kinder ab dem 1. August in die Betreuung schicken, nach den Herbstferien für Eltern, die nachmelden möchten. Ludger Muck (Fachbereichsleiter Schule bei der Stadt) fährt am 21. Dezember mit Kämmerer Dirk Meussen zur Bezirksregierung Münster, um die Problematik zu erörtern. „Alle Parteien Halterns haben sich geäußert, dass Familienfreundlichkeit an erster Stelle stehen muss. Mit dieser Aussage machen wir uns auf den Weg.“

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