Gäste erleben viele Gänsehautmomente

Interkulturelles Familienfest

Das interkulturelle Familienfest hat in den vergangenen Jahren unter Besucher-Schwund gelitten. Umso glücklicher waren die Veranstalter am Samstag (26.9.) über die große Resonanz in diesem Jahr.

Haltern

, 27.09.2015, 13:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war ein bewegender Moment: Der internationale Projektchor, bei dem auch zahlreiche Flüchtlinge mitwirkten, sang „Freiheit“ von Marius Müller-Westernhagen und hielt dabei farbige Tafeln in die Höhe, auf denen das Wort in verschiedenen Sprachen geschrieben war.

Vielfalt ist Beste gegen Einfalt

„Freiheit ist das Einzige, was zählt“, heißt es in dem Refrain. Die Zuhörer im voll besetzten Saal des Paul-Gerhardt-Hauses sangen mit und applaudierten anschließend stürmisch. Der Auftritt der Chores war nur einer der Höhepunkte beim interkulturellen Familienfest, das im und um das evangelische Gemeindezentrum am Samstag unter dem Motto: „Vielfalt ist das Beste gegen Einfalt“ stattfand.

Kirchenclown Leo hatte um 16 Uhr mit einem ungewöhnlichen Gottesdienst das Fest eröffnet. „Er erzählt die Schöpfungsgeschichte auf humorvolle Weise“, sagte Pfarrerin Regine Vogtmann. Die Kirche war zu diesem Zeitpunkt schon gut gefüllt. Die Resonanz auf das Fest übertraf bei Weitem die Erwartungen der Organisatoren, evangelische Gemeinde, Caritasverband und Volkshochschule. „Das Familienfest gibt es schon seit 32 Jahren“, sagte Regine Vogtmann. „Wegen der nachlassenden Resonanz hatten wir schon überlegt, es ausfallen zu lassen, aber es war gut, dass wir das nicht gemacht haben“.

Flüchtlinge machten mit

In der Situation der aktuellen Flüchtlingsproblematik stand der Aspekt der interkulturellen Begegnung diesmal im Mittelpunkt. „Es sind Flüchtlinge und Asylbewerber aus allen Halterner Unterkünften hier“, freute sich David Schütz von der Caritas. Und sie waren nicht nur als Gäste gekommen, viele beteiligten sich auch am Programm, entweder als Sänger des interkulturellen Chores oder auch als Tänzerinnen, die traditionelle Tänze aus ihren Heimatländern, zum Beispiel aus Eritrea, vorstellten.

Das Nachmittagsprogramm hatten die Kindergärten St. Sixtus, St. Marien, St. Laurentius 1 und der Anne-Frank-Kindergarten mit vielen Aktionen gestaltet. Zahlreiche Besucher hatten Essen mitgebracht. Zum Beginn des Abendprogramms sorgte beim interkulturellen Familienfest der extra für diesen Auftritt von Sandra Allerdisse und Veit Kröger initiierte interkulturelle Projektchor für einen Gänsehautmoment. „Wir hatten teilweise bis zu 50 Mitsänger“, sagt Chorleiterin Andrea Kittel, die nur fünfmal mit der Gruppe proben konnte.

Interkultureller Projektchor

„Da unsere Proben freitags nachmittags stattfanden, konnten leider einige Muslime nicht kommen wegen des Freitagsgebets“, sagt sie. „Das hatten wir im Vorfeld nicht bedacht, sonst wären wir noch mehr gewesen.“ Durchs Programm führte Freddy Allerdisse. Für den fulminanten Schlusspunkt sorgte die „Marltown-Band“. Mit Background-Sängerinnen, einem Bläsersatz und einem stimmgewaltigen Sänger brachteh sie mit ihrem Soul- und Rhythm and Blues das Paul-Gerhard-Haus zum Tanzen.

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