Gastfreundschaft im Café tut Flüchtlingen gut

Begrüßungskultur

Jeden Freitag von 11 bis 13 Uhr öffnet das Begrüßungscafé des Asylkreises. Bei Plätzchen und Kaffee sitzen Flüchtlinge, aus Europa und Afrika vor allem, rund um den großen Tisch im alten Gesundheitsamt an der Schmeddingstraße: Sie tauschen sich aus, besprechen Probleme, erbitten Hilfe bei der Übersetzung von Behördenbriefen und genießen die Gastfreundlichkeit.

HALTERN

, 19.06.2015, 17:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Margot Holz, Katja Bergjürgen und Brunhilde Ellmer begrüßten die junge Familie aus Albanien.

Margot Holz, Katja Bergjürgen und Brunhilde Ellmer begrüßten die junge Familie aus Albanien.

"Die Halterner gehen sehr respektvoll mit uns um, darüber freue ich mich besonders", sagt Gezaie aus Eritrea. Übers Mittelmeer und Italien ist er nach Haltern gekommen. Der 26-Jährige, Vater eines siebenjährigen Sohnes, lebt seit neun Monaten hier. "Ich warte auf meine Anerkennung", erzählt er. Um nicht nutzlos abzuhängen, arbeitet er bei den Grabungen am Römermuseum und beteiligt sich am interkulturellen Gartenprojekt an der Asylbewerber-Unterkunft am Lorenkamp.

Begrüßungstasche

Brunhilde Ellmer und Katja Bergjürgen betreuen das Begrüßungscafé hauptverantwortlich. Ehrenamtlich, so wie alle im Asylkreis sich unentgeltlich um Flüchtlingsfamilien kümmern. Am Freitag begrüßten die beiden Frauen sowie Margot Holz (sie gibt Deutschkurse am Lorenkamp) zum ersten Mal eine junge Familie aus Albanien. Sie händigten den Ankömmlingen eine sogenannte Begrüßungstasche aus. Darin verbergen sich ein Halterner Stadtplan, ein Deutsch-Wörterbuch, Pflaster, Nähgarn oder ein Ärzteverzeichnis beispielsweise.

"Für uns ist wichtig, dass die Flüchtlinge einen Anlaufpunkt haben, um sich anzufreunden, Probleme zu besprechen oder Halterner Bürger kennenzulernen", betont Katja Bergjürgen. Sorgen hört sie vor allem aus der schäbigen Unterkunft an der Recklinghäuser Straße. Dort lebt derzeit auch das albanische Ehepaar mit ihrer dreijährigen Tochter.

Immer Übersetzer dabei

Unterschiedliche Nationalitäten sitzen im Café zusammen. Es sind immer Übersetzer dabei, wie Mimosa aus Albanien oder Tuja aus der Mongolei. Wöchentlich kommen mehr Gäste. "Wir brauchen dringend weitere Ehrenamtliche, die uns im Café unterstützen", sagt Brunhilde Ellmer. Hermann Döbber vom Asylkreis hat jetzt für alle T-Shirts vom Verein Pro Asyl bestellt mit der Aufschrift "Flucht ist kein Verbrechen".

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