Gaststätte "Zur Kajüte" bekommt neuen Pächter

Nach fast 50 Jahren

Ein langes Kapitel Halterner Geschichte neigt sich damit dem Ende entgegen. Seit über einem halben Jahrhundert wird die Traditionskneipe mit dem Namen „Döbber“ verbunden. Mit ihrem Mann Peter hat Roswitha Döbber fast 40 Jahre täglich hinter der Theke gestanden. Doch nun, nach dem Tod ihres Mannes, wird die 65-Jährige einen Schlussstrich ziehen.

HALTERN

, 16.09.2015, 17:44 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am 31. Oktober soll das Lokal an einen neuen Pächter übergeben werden.

Die Entscheidung, das merkt man sofort, ist ihr keineswegs leicht gefallen. „Ich verlasse das Schiff mit einem weinenden Auge“, gibt sie unmissverständlich zu. Doch zu viele Erinnerungen, die sie mit der Vergangenheit und ihrem verstorbenen Mann verbinden, stecken in den Räumen der kleinen Gaststätte.

Vieles hier erinnert an die christliche Seefahrt und den Stausee. Und mit jedem der vielen kleinen Accessoires an der Wand verknüpft Roswitha Döbber eine Geschichte. „Im Holz an der Wand und der Decke, in den Tischen, den Stühlen, dem Tresen stecken die vielen Anekdoten, die niemand aufgeschrieben hat“, sagt sie. Die Freude, die Sorgen und Dönekes von Gästen, die hier getrunken, diskutiert, schwadroniert und gelacht haben. „Da könnte man ein ganzes Buch von schreiben“, fügt ein Gast an der Theke lächelnd hinzu.

"Wirt ist eine Berufung"

Unter dem Namen „Zur Kajüte“ hatte zunächst ihr Schwiegervater die Gastwirtschaft 1959 eröffnet. Die beiden Bootshäuser gab es da bereits: Sie waren 1934 und 1950 gebaut worden. Das Ausflugslokal etablierte sich schnell, der Stausee war schon damals das Naherholungsgebiet für die Menschen aus dem Ruhrgebiet.

1977 übernahm Roswitha Döbber mit ihrem Mann Peter die Kneipe. Gelernt hatte dieser eigentlich Maler und Lackierer. „Aber Wirt“, sagte Peter Döbber seinerzeit in einem Gespräch mit unserer Zeitung, „ist ohnehin kein Beruf, sondern eine Berufung“.

Idyllisches Flair

1980 erhielt die Kajüte eine Generalrenovierung. Keine baulichen Veränderungen. „Zum Glück“, sagt Wirtin Roswitha rückblickend. „Gerade die ausgefallene Architektur machen den Zauber der Anlage aus.“ Der Rundbau aus Holz, die Flachbauweise, die gediegene Einrichtung. „Ich hoffe sehr, das dieses idyllische Flair hier noch lange erhalten bleibt“, sagt sie.

Den täglichen Umgang mit den vielen netten Leuten werde sie „ganz sicher vermissen“. Dennoch: Am 25. Oktober will sie die Türen am Bootshaus und zum Lokal definitiv zum letzten Mal öffnen.

Abschiedsfeier am 31. Oktober

Wie geht es danach weiter? Benno Schrief, Geschäftsführer der zuständigen Bootshausgesellschaft: „Wir werden einen geeigneten Nachfolger präsentieren.“ Den neuen Pächter werde man am 31. Oktober im Rahmen einer Abschiedsfeier für Roswitha Döbber vorstellen. Zuvor wolle er das Konzept noch mit den Gesellschaftern abstimmen. „Wir wollen Altes wahren, aber Neues wagen“, so Schrief. Eine Informationsveranstaltung zur „möglichen, zukünftigen Gestaltung der gesamten Anlage“ sei für den 28. September vorgesehen.

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