Gedenken an Halterner Pogrom: „Jede stillschweigende Duldung kann fatale Folgen haben“

Mit Video

Der SPD-Vorsitzende Dr. Stefan Cassonne hat bei der Erinnerung an die Pogromnacht in Haltern vor Stillschweigen gewarnt: „Jede stillschweigende Duldung kann fatale Folgen haben.“

Haltern

, 11.11.2019, 16:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gedenken an Halterner Pogrom: „Jede stillschweigende Duldung kann fatale Folgen haben“

SPD-Vorsitzender Dr. Stefan Cassone sprach auf der Gedenkveranstaltung der SPD auf dem Jüdischen Friedhof. © Jürgen Wolter

Die Besucher legten Steine auf den für Alexander Lebenstein errichteten Gedenkstein auf dem Jüdischen Friedhof: Die Halterner SPD hatte am Samstag zum Gedenken an die Pogromnacht vom 9. November 1938 eingeladen.

SPD-Vorsitzender Dr. Stefan Cassone erinnerte an die Vorgeschichte der Exesse gegen Juden, die sich in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 vor genau 81 Jahren ereigneten.

Jetzt lesen

Das Attentat eines jüdischen Jugendlichen auf den NS-Botschaftssekretär Ernst vom Rath vom 7. November in Paris habe den Nazis den Vorwand für die Hetzjagden und Verfolgungen von Juden, die Zerstörung der Synagogen und jüdischen Geschäfte gegeben.

Heute dürfe niemand rassistische Übergriffe und Gewalt dulden

Viele hätten diese Exzesse stillschweigend geduldet. „Jede stillschweigende Duldung kann fatale Folgen haben“, so Stefan Cassonne. Heute dürfe niemand rassistische und antisemitische Übergriffe und Gewalt stillschweigend dulden, forderte der SPD-Vorsitzende.

Video
Gedenken an die Pogromnacht 2019

Erstmals sprach auch Bürgermeister Bodo Klimpel auf der SPD-Veranstaltung. Die Ergebnisse der letzten Landtagswahlen in den östlichen Bundesländern erfüllten ihn mit großer Sorge, sagte der Halterner Bürgermeister.

Die große Resonanz auf die Veranstaltung des Forums für Demokratie zur Pogromnacht am Freitagabend auf dem Marktplatz habe aber gezeigt, dass die Halterner Stadtgesellschaft gegen Rassismus und für Toleranz zusammenstehe. „In diesem Punkt gibt es keine Parteigrenzen, sondern nur echte Demokraten“, so Bodo Klimpel.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt