Gegen das Falschparken: 1000 Knöllchen an Halterner Seen geschrieben

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Weil die Parksituation sich am Wochenende entlang der Münsterstraße extrem zugespitzt hatte, schrieb die Stadt Haltern 1000 Knöllchen. Große Probleme bereiten auch die illegalen Badegäste.

Haltern

, 10.08.2020, 17:10 Uhr / Lesedauer: 3 min

Kampf dem illegalen Baden und dem Falschparken: Um der teils chaotischen Parksituation entlang der Münsterstraße auf Höhe des Silbersees II bis hinein nach Hausdülmen Herr zu werden, haben die Ordnungsämter der Städte Haltern und Dülmen ihre Zusammenarbeit intensiviert. Auch Mitglieder der Betreibergesellschaft Silbersee II sowie der Betreiber des Ferienparks Dülmener See trugen am vergangenen Wochenende dazu bei, dass Straßen und Wege nicht in dem gewohnten Maß von sonnenhungrigen Badegästen zugeparkt wurden.

25 Euro pro Knöllchen

Mit verstärktem Personal war besonders die Halterner Behörde im Einsatz. Trotz Parkverbots hatten dort an allen drei Tagen mehrere hundert Autofahrer ihre Fahrzeuge abgestellt, um danach zum illegalen Baden ans Nordufer des Silbersees II zu gelangen. Auch am Stausee gab es unzählige Falschparker.

Insgesamt stellte das Ordnungsamt der Seestadt von Freitag bis Sonntag 1000 Knöllchen aus. Für ein Knöllchen sind in der Regel 25 Euro fällig.

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Die Problematik spitzt sich an besonders warmen Tagen zu. „Einige Autofahrer haben sogar die Absperrungen der Zufahrten rund um den Silbersee weggeräumt und sind dort trotzdem hinein gefahren“, berichtete Stadtsprecher Georg Bockey. Dort sei dann aber auch die Polizei vor Ort gewesen. Die Quarzwerke sperrten erneut die Quarzwerkstraße ab. Zahlreiche Sonnenhungrige suchen inzwischen von dort den ebenfalls zum Baden verbotenen Silbersee III auf.

Obwohl es verboten und gefährlich ist, zieht es viele sonnenhungrige Badegäste an das Nordufer des Silbersees II.

Obwohl es verboten und gefährlich ist, zieht es viele sonnenhungrige Badegäste an das Nordufer des Silbersees II. © Ingrid Wielens

Bernhard Fischer, Betreiber des Ferienparks Dülmener See, hatte einen eigenen Sicherheitsdienst engagiert, der die Straße Zum Dülmener See freihielt. „Nur so konnten wir gewährleisten, dass unsere Gäste und im Notfall auch Rettungsfahrzeuge bis zu uns durchkommen“, erklärte er. Fischer zeigte sich sichtlich erbost über die Verkehrssituation an warmen und sonnigen Wochenenden. „Es handelt sich hier um eine Gefährdung des öffentlichen Straßenverkehrs“, meinte er. Er wünscht sich, dass mehr Fahrzeuge im Parkverbot abgeschleppt werden.

Drei Autos abgeschleppt

Im Einsatz war der Abschleppwagen an jenem Wochenende genau dreimal, weil Zufahrten blockiert waren. „Die Fahrzeughalter melden sich dann normalerweise bei der Polizei, um zu erfahren, wo sie ihr Fahrzeug abholen können“, erklärte Georg Bockey. „Allerdings wurden insgesamt vier Fahrzeuge vermisst, nur drei waren aber abgeschleppt worden“, führte er aus. Möglicherweise sei ein Fahrzeug gestohlen worden.

Am offiziellen Naturbadestrand des Silbersees II indes lief alles nach Plan. An allen drei Tagen waren jeweils 4500 Badegäste registriert, teilte Johann Lisser, Geschäftsführer der Halterner Silbersee Vermietungsgesellschaft, mit. Damit war der Strand ausgebucht. Verkehrsprobleme habe es auf Höhe der Zufahrt nicht gegeben, sagte Lisser.

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Der 38-Jährige bedauert die Zustände am Nordufer. Er ist sicher, dass zwischen dem in Corona-Zeiten beschränkten Zugang zum Naturbadestrand und der gestiegenen Zahl der Badegäste am Nordufer kein Zusammenhang besteht. „Die Leute fahren ganz gezielt zum Nordufer - da kostet es nichts und es gibt keine Abstands- und Schutzregelungen.“

Für DLRG und Feuerwehr ist damit eine Arbeit unter erschwerten Bedingungen verbunden. Denn die Feuerwehr hat nur sehr bedingt Zugang zu dem Gelände im Norden. Zuletzt rückte sie am Sonntagabend aus, weil Badegäste wieder einmal ein Feuer gemacht hatten. Glücklicherweise konnte es schnell gelöscht werden.

Schwerer Badeunfall am verbotenen Strand

Die DLRG dagegen erreicht das Nordufer mit dem Boot vom Südufer aus. Zweimal war das am Samstag erforderlich. Einmal rückte sie aus, weil ein Badegast offenbar einen Schwächeanfall im Wasser erlitten hatte. Er konnte sich aber noch selbstständig ans Ufer retten. Der zweite Einsatz endete nicht so glimpflich: Ein junger Mann war kopfüber ins Wasser gesprungen und mit den Kopf auf den Seegrund gestoßen. Wie DLRG-Vositzende Anne Feldmann berichtete, zog er sich dabei eine Platzwunde am Kopf zu, zudem brach er sich ein Handgelenk. Feldmann: „Das zeigt einmal mehr: Niemand sollte sich in Gewässer begeben, die unbekannt und nicht von der DLRG bewacht sind.“

Konsequentes Vorgehen angekündigt

Stadtsprecher Geog Bockey kündigte für das kommende Wochenende erneut verschärfte Kontrollen an. „Bis zu zehn Abschleppfahrzeuge werden wir in Bereitschaft haben“, sagte er. Die Stadt wolle konsequent gegen Falschparker vorgehen, hieß es.

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