Gemütliche Ferien

Haltern Ruhig ist es am Samstag im Freizeitpark Hoher Niemen am Stockwieser Damm.

01.07.2007, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

«Wer will bei dem Wetter schon Camping machen?» Christel Weber und Günter Treuke aus Dortmund lassen sich die Stimmung nicht verderben. Seit fast vierzig Jahren campt die heute 73-Jährige. «Früher sind wir mit der Isetta und Zelt hergekommen. Heute haben wir einen Wohnwagen mit Vorzelt.» 100 qm grüne Idylle, verschönt mit blühenden Stauden, Sitzbank, Liegestuhl.

Besuch erwünscht

Günter Treuke ist seit fünf Jahren der neue Mann im Leben der Witwe. Auch er liebt das Campen seit Kinderzeit. «Erst mit dem Kombi - der selbst gemachte Kartoffelsalat stand in der Kofferraumklappe, später hatten wir einen VW-Bus, dann ein Wohnmobil.» Klar, der Sommer im letzten Jahr war besser. «Regen und Besuch sind des Campers großer Fluch», lächelt Christel Weber. «Aber das trifft auf uns nicht zu: Wir haben gerne Besuch und das Wetter ist eine Frage der Kleidung.» Gerade blinzelt die Sonne durch ein Wolkenloch und schon lüftet die rüstige Rentnerin ihren Pulli. Perserkatze Susi allerdings findet es auf dem Bett im Wohnwagen gemütlicher. 95 % der Gäste im Freizeitpark sind Dauercamper. Heinrich Brachtendorf vermerkt im Augenblick noch keine Einbußen. «Unsere Stammgäste kommen regelmäßig.» Bei strömendem Regen bauten am Freitagabend einige Jugendliche ihr Zeltlager für das Wochenende auf. «Eigentlich wollten wir nach Holland.» Haltern tut`s auch, fanden die 18- bis 22-Jährigen aus Bottrop und Essen. Auch den drei Mädchen machen nasse Füße nichts aus. «Das ist wild camping», finden sie. Etliche Flaschen liegen auf dem Boden herum.

Kontrolle ist besser

«Ich schaue immer in den Kofferraum, wenn junge Leute zum Zelten kommen», meint Brachtendorf. «Wenn der voller Bierflaschen ist, lasse ich sie nicht rein.» Aus Castrop-Rauxel sind sechs junge Männer im Zelt nebenan. Auf dem Behelfsgrill schmort Baguette. Das Frühstück ist fertig. Sie haben sich am Freitag erst entschieden zu kommen, trotz der Wettervorhersage.

«Wir sind nur zu dritt, weil einige unserer Freunde nicht mit durften», berichten Gelsenkirchener. Die 16-jährigen sind von ihren Eltern gebracht worden. Andere hatten ihren Söhnen untersagt, bei dem Wetter mit zu campen. Ellen Adam

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