Gendern ist ein Schluckauf und keine Lösung für Gleichberechtigung

Meinung

Die Stadtverwaltung verzichtet im Schriftverkehr auf Gendersternchen, Doppelpunkt und Unterstrich und hat dabei nicht das Gefühl, Geschlechtergerechtigkeit zu vernachlässigen. Eine Meinung dazu.

Haltern

, 31.08.2021, 11:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
So sehen Gender-Schreibweisen aus.

So sehen Gender-Schreibweisen aus. © picture alliance/dpa

Mit großer Intensität und Emotionalität wird über Sinn und Unsinn von Gendern diskutiert.

Gendern wird von den Befürwortern als die einzige Möglichkeit gesehen, Männer, Frauen und überhaupt alle Menschen in unsere Gesellschaft einzubeziehen und damit für mehr Gerechtigkeit zu sorgen. Das Gendersternchen wie bei Bürger*innen ist eine Möglichkeit, das auszudrücken, Doppelpunkt oder Unterstrich gehen auch. Geschrieben wirkt das wie eine Lesebremse, gesprochen hört sich die kurze Pause an, als ob jemand Schnappatmung hat oder einen Schluckauf. Streng genommen ist es ein Rechtschreibfehler. Gegner sprechen von einer Attacke auf die Sprache.

In den politischen Gremien Halterns wird teilweise gegendert, teilweise beschränkt man sich auf die Nennung von männlicher und weiblicher Form. So hält es auch die Stadt. Natürlich sollte Sprache Lebenswirklichkeit abbilden, auch im amtlichen Regelwerk. Aber es gibt viele andere Möglichkeiten zur Vermeidung von Diskriminierung, als Sternchen zwischen Buchstaben zu setzen. In diesem Sinne kann man Halterns Bürgermeister nur zustimmen, wenn er sagt: Gleichberechtigung wird allein durch entsprechendes Handeln erreicht.

Ein „barrierefreier“ zwischenmenschlicher Umgang drückt sich nicht durch Sonderzeichen aus.

Schlagworte: