Gibt es am Friedhof zu wenig Parkplätze?

Ärger über Knöllchen

Maria Kasper ist verärgert: "Ich frage mich, wie sollen ältere Menschen und Behinderte ohne ein Auto zum Friedhof kommen, um die Gräber der Angehörigen zu besuchen oder zu pflegen?", kritisiert die 79-Jährige im Gespräch mit unserer Redaktion die Parksituation vor dem katholischen Friedhof am Lippspieker und der Hullerner Straße.

HALTERN

, 19.04.2016, 16:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
In der Hullerner Straße besteht ein eingeschränktes Halteverbot.Glöckner

In der Hullerner Straße besteht ein eingeschränktes Halteverbot.Glöckner

Regelmäßig besucht die Halternerin die Gräber ihres Mannes und ihrer Mutter. Am 5. April parkte sie circa 45 Minuten direkt vor dem Haupteingang am Lippspieker. "Als ich zurückkam, hatte ich ein Knöllchen über 15 Euro mit dem Hinweis ‚Nur Bewohner mit Parkausweis frei'", sagt die Halternerin verärgert. "Trage ich also die Frühlingsbepflanzung von zu Hause zum Friedhof? Denn einen freien und erlaubten Parkplatz bekommt man so gut wie nie", schildert sie ihre Erfahrungen mit den zwei Stellplätzen direkt vor dem Haupteingang des Friedhofs.

Probleme am Südwall

Am Südwall gibt es noch einmal zwölf Parkplätze für Friedhofsbesucher - jeweils mit Parkscheibenregelung für zwei Stunden. Doch auch hier sei das Parken kaum möglich, so Maria Kasper. Sie schlägt vor, entlang des Lippspiekers noch weitere Parkplätze für Friedhofsbesucher einzurichten. Denn: "Zwei Parkplätze am Haupteingang sind zu wenig."

Dieser Lösung steht die Stadt skeptisch gegenüber. Stadtsprecher Georg Bockey verstehe zwar die Problematik, aber "die Parkplätze für die Anwohner können wir ihnen nicht einfach wegnehmen."

Stattdessen verweist er nach Absprache mit dem Ordnungsamt auf eine andere Möglichkeit: Da in der Hullerner Straße neben den Parkplätzen sonst ein eingeschränktes Halteverbot bestehe, könne man beim Entladen des Autos einen Zettel hinter die Windschutzscheibe legen, der die Politessen auf den Entladevorgang hinweist.

Parkscheiben-Regelung

Wie lange man damit im eingeschränkten Halteverbot stehen dürfe, sei zwar nicht genau geregelt, aber die Politessen könnten das schon gut einschätzen, so Bockey. Zum Pflegen oder Bepflanzen eines Grabes reiche die Zeit aber sicher nicht, betont der Stadtsprecher.

Pfarrer Martin Ahls ist die Parkplatzproblematik am Lippspieker bekannt: "Klar, da fehlen Parkplätze." Große Beschwerden habe es aber noch keine gegeben, sagt er auf Anfrage unserer Redaktion. Er führt dies auch darauf zurück, dass die Stadt vor zwei Jahren auf Bitten der Pfarrei die Parkscheiben-Regelung am Südwall eingerichtet hat. "Dort ist Platz genug", findet Ahls.

Beerdigungsgesellschaften würden übrigens im Vorfeld von Beisetzungen auf die Parkplätze an der Seestadthalle hingewiesen. "Von dort ist man ruckzuck am Friedhof."

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