Graf bietet den Sythener Linnert für Grabstätten an

Verhandlungen

Im Sythener Linnert könnte ein Bestattungswald entstehen. Voraussetzung ist, dass die Stadt Haltern und der Eigentümer, Carl Otto Graf von Westerholt, erfolgreiche Verhandlungen führen. Das Projekt wird am Dienstag (7. März) im Ausschuss Bauen und Verkehr erörtert. Die SPD hatte die Diskussion vor zwei Jahren angestoßen.

SYTHEN

, 02.03.2017, 16:42 Uhr / Lesedauer: 1 min
Graf bietet den Sythener Linnert für Grabstätten an

So sieht es in einem Friedwald in Mecklenburg-Vorpommern aus.

Der Graf selbst bot im vergangenen Jahr ein 15 Hektar großes Waldgebiet in Sythen, das sich in seinem Besitz befindet, für Bestattungen an. Im November lud er Halterner Politiker nach Westerholt ein, um sie mit dem Konzept vertraut zu machen. Denn dort betreibt er im ehemaligen Löwenpark auf einer Fläche von 33 Hektar seit 2015 die „Ruhestätte Natur“.

Für Sythen gibt es im Ansatz bereits Pläne. So könnten in einem ungenutzten Bereich der Sythener Mühle ein Bestattungsbüro eingerichtet und die Kapelle von Schloss Sythen für eventuelle Trauerfeierlichkeiten genutzt werden. Die Aktivitäten von Heimatverein und Angelsportverein blieben davon unberührt. Der eigentliche Bestattungsbereich im Linnert zeichne sich, so schreibt die Verwaltung in der Ausschussvorlage, durch seine Ortsnähe aus.

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Das Konzept könnte wie folgt aussehen: Der Eigentümer betreibt den Bestattungswald, die Stadt übernimmt die Trägerschaft und beauftragt den Grafen mit der Führung und dem Betrieb des Waldes als Bestattungsort.

Wer ein Nutzungsrecht an einer Naturruhestätte – etwa einem Baum oder einem bestimmten Platz in dem Waldstück – erworben hat, kann im Wurzelbereich des Baums im Umkreis von zwei bis drei Metern Totenasche in einer biologisch abbaubaren Urne bestatten lassen. Um eine Zuordnung zu erleichtern, erhalten die Bäume Plaketten mit Registrierungsnummern. Zudem bringt der Betreiber auf Wunsch an der Rinde eine normierte Namenstafel an, auf der gegen eine entsprechende Gebühr der Name des Verstorbenen vermerkt wird. Grabpflege allerdings ist verboten. Auch Grabschmuck und Kerzen dürfen nicht aufgestellt werden. Der Wald soll seinen Charakter behalten.esc

In Haltern gibt es sechs konfessionelle und vier städtische Friedhöfe, aber noch keinen Bestattungswald. Die Stadt bietet allerdings naturnahe Bestattungen in Urnenbaumgräbern auf ihren Friedhöfen an.

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