Greifvögel sollen im Kirchturm ein Zuhause finden

Nistkasten für Wanderfalken

Wanderfalken gelten als anpassungsfähig. Sie haben sich vielerorts an den menschlichen Siedlungsraum angepasst und finden zum Beispiel an Hochhäusern, Kirchen, Autobahnbrücken, Industriebauten oder Kraftwerken einen gern akzeptierten Brutplatz. Allerdings nur, falls auch ein geeigneter Nistplatz vorhanden ist.

HALTERN

, 13.09.2015, 17:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Helfer vom Natur- und Vogelschutzverein Haltern und Umgebung hatten bei dem Arbeitseinsatz in der Sixtus-Kirche viel zu tun.

Die Helfer vom Natur- und Vogelschutzverein Haltern und Umgebung hatten bei dem Arbeitseinsatz in der Sixtus-Kirche viel zu tun.

An der Sixtus-Kirche waren in der Vergangenheit immer mal wieder Wanderfalken zu beobachten. Einen Nistplatz suchten die majestätischen Greifvögel dort allerdings vergebens. "Das wollten wir gerne ändern", sagt Dr. Markus Holt.

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Nisthilfe für Wanderfalken

13.09.2015
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Oben im Kirchturm haben die Helfer den Nistkasten zusammengebaut.© privat
Blick aus dem Fenster.© privat
Oben im Kirchturm haben die Helfer den Nistkasten zusammengebaut.© privat
Die Helfer vom Natur- und Vogelschutzverein Haltern und Umgebung hatten bei dem Arbeitseinsatz in der Sixtus-Kirche viel zu tun.© Blanka Thieme-Dietel
Der Nistkasten erhält den letzten Feinschliff.© Blanka Thieme-Dietel
Der Nistkasten erhält den letzten Feinschliff.© Blanka Thieme-Dietel
Oben im Kirchturm haben die Helfer den Nistkasten zusammengebaut.© Blanka Thieme-Dietel
Dieter Abbing vom Natur- und Vogelschutzverein trägt Material in den Kirchturm.© Blanka Thieme-Dietel
Der Blick nach unten.© Blanka Thieme-Dietel
© Blanka Thieme-Dietel
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Er und weitere Mitstreiter vom Natur- und Vogelschutzverein Haltern und Umgebung haben am Samstag einen Arbeitseinsatz im Kirchturm durchgeführt. In schwindeleregender Höhe haben die Naturfreunde auf eigene Kosten einen selbst gebauten Nistkasten für Wanderfalken angebracht.

Taubenabwehr

In vielen Städten sei der Wanderfalke, der ausschließlich im Flug jagt, ein gern gesehener Gast, so Holt. "Da er sich von Vögeln ernährt, übt er starken Druck auf die verwilderten Haustauben aus. Er ist somit die natürlichste und preiswerteste Taubenabwehr." Auch aus diesem Grund habe man die Aktion in Abstimmung mit der Sixtus-Gemeinde durchgeführt. Holt: "Wildtauben und Dohlen hatten zuletzt immer wieder für Beschädigungen und Beeinträchtigungen am Kirchturm gesorgt und steigende Sanierungskosten verursacht."

Weiße Farbkleckse

Damit nun möglichst schnell ein Wanderfalkenpaar den Nistkasten im Kirchtrum für sich entdeckt, haben die Helfer vom Natur- und Vogelschutzverein mit kleinen Tricks nachgeholfen. So wurde beispielsweise das Dach und Anflugbrett des Nistkastens mit weißen wasserfesten Farbklecksen versehen, um Vogelkot vorzutäuschen.

"Es muss so aussehen, als hätte da schon mal einer gehaust. Das weckt Vertrauen", erklärt Dr. Markus Holt, der sich vorstellen kann, ähnliche Projekte auch an anderer Stelle in Haltern umzusetzen. "Wer Interesse hat, kann sich gerne mit uns in Verbindung setzen."

 

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