Grippeschutzimpfungen in Haltern: „Deutlich höhere Nachfrage als üblich“

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Die Grippesaison steht vor der Tür, und die Grippeschutzimpfung soll das Gesundheitssystem in der Corona-Pandemie entlasten - doch für alle wird der Impfstoff nicht reichen.

Haltern

, 21.09.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die kalte Jahreszeit steht bevor und damit das Gesundheitssystem vor einer doppelten Herausforderung: Zur andauernden Covid-19-Pandemie kommt im Winter die Grippewelle. Anders als gegen das Coronavirus gibt es allerdings einen Impfstoff gegen Influenza, also die Grippe.

Die Schutzimpfung gegen Influenza sei in diesem Jahr deshalb von besonderer Bedeutung, sagt die Halterner Ärztesprecherin Dr. Astrid Keller. Die Impfung schütze Personen aus der Risikogruppe vor einer Influenza-Infektion - gleichzeitig halte sie Kapazitäten in Krankenhäusern für Covid-19-Patienten frei. Hier beantwortet Dr. Astrid Keller die wichtigsten Fragen im Überblick.

? Wie hoch ist die Impf-Bereitschaft der Halterner aus Ihrer Erfahrung?

„Die Bereitschaft zur Grippeimpfung ist in den letzten Jahren etwas angestiegen. Aktuell bemerken wir eine deutlich höhere Nachfrage als üblich.“

? Wer gehört zur Influenza-Risikogruppe?

„Alle Patienten mit chronischen Erkrankungen wie Lungenerkrankungen, Diabetes mellitus, Rheuma, Herzerkrankungen oder Einnahme von Medikamenten, die das Immunsystem schwächen, sollten sich unabhängig vom Alter impfen lassen. Alle Patienten über 60 Jahren sowieso.“

? Wem empfehlen Sie in dieser Saison außerdem eine Impfung gegen Influenza?

„Das Robert-Koch-Institut rät auch Schwangeren zur Impfung. Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten oder auch sonst mit vielen Menschen Kontakt haben, sollten sich ebenfalls impfen lassen, da sie den Erreger an viele Risikopatienten übertragen können.“

? Gesundheitsminister Jens Spahn hat sich für eine Impfung von allen Kindern, deren Eltern das möchten, ausgesprochen. Würden Sie Eltern raten, ihre Kinder impfen zu lassen?

„Eine generelle Impfung für Kinder wird vom Robert-Koch-Institut nicht empfohlen. Die Menge an verfügbarem Impfstoff ist begrenzt, und Schutzeffekte für die Gemeinschaft von Nicht-Risikogruppen werden nach Ansicht des RKI aufgrund der aktuellen kontaktreduzierenden Maßnahmen von begrenzter Wirkung sein. Aber es darf individuell abgewogen werden. Wenn zum Beispiel Hochrisikopatienten im Haushalt leben, mag es auch sinnvoll sein, gesunde Kinder zu impfen.“

? Wann ist der beste Zeitpunkt für die Grippeschutzimpfung?

„Die Impfsaison startet in Kürze, in unserer Praxis ist der Impfstoff ab sofort verfügbar. Die größte Krankheits-Welle kommt in der Regel im Januar oder Februar, möglichst bis dahin sollte die Impfung erfolgt sein.“

? Was müssen Patienten für die Impfung zahlen?

„Die Krankenkassen tragen die Kosten der Impfung. Es wird nur noch ein Vier-Komponenten-Impfstoff angeboten, der eine gute Schutzwirkung gezeigt hat. Die Verträglichkeit ist sehr gut, schwere Nebenwirkungen haben wir in den letzten Jahren nicht beobachten können.“

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