Gut 30 Eltern sprechen der Hullerner Kita ihr Vertrauen aus

rnDankeschön-Besuch

Viele Menschen haben an einem Dankeschön-Besuch in der Kita St. Andreas teilgenommen. Das Kindergarten-Team zeigte sich gerührt und dankbar.

Hullern

, 03.02.2019 / Lesedauer: 3 min

Eltern aus Hullern hatten in der vergangenen Woche eine Solidaritätsaktion für den katholischen Kindergarten gestartet. Neben Plakaten mit dem Schriftzug „Hand in Hand mit unserem Kindergarten St. Andreas Hullern“ riefen sie auch für Mittwoch zur Teilnahme an einem Dankeschön-Besuch in der Kita auf. Laut einer Mitteilung der Pressestelle des Bistums, die am Freitag unsere Redaktion erreichte, nahmen rund 30 Eltern mit ihren Kindern daran teil, „um dem Team der Kita ihr Vertrauen und ihre Solidarität auszusprechen.“

Lösungsorientierte Zusammenarbeit erwünscht

Die Kinder überreichten demnach Tulpen und die Eltern hatten eine große Kiste mit Süßigkeiten sowie ein Plakat im Gepäck. „Darauf stehen viele Werte, die wir an Ihnen schätzen“, richtete laut Bistumsmeldung die zweifache Mutter Sarah Drüing stellvertretend die Worte an die Erzieherinnen. Im Namen der anwesenden Eltern habe sie sich für die Arbeit bedankt, „die Sie mit großer Überzeugung tun. Wir wollen nichts bagatellisieren und haben Verständnis für die Emotionen der betroffenen Eltern. Aber wir wollen auch nach vorn schauen, damit Sie und unsere Kinder wieder in Ruhe in die Einrichtung kommen können“, sagte sie. „Lösungsorientiert und konstruktiv möchten die Eltern mit dem Kindergarten, den 74 Kinder in vier Gruppen besuchen, und dem Träger, der Pfarrei St. Sixtus, zusammenarbeiten“, heißt es in der Pressemitteilung.

Gemeinsamen Weg finden

Kindergartenleiterin Bärbel Stelmaszyk und ihr Team seien sehr gerührt und dankbar für die Unterstützung gewesen, die ihnen die Eltern entgegengebracht hätten. „Es sei wichtig, einen gemeinsamen Weg zu finden, um weiterarbeiten zu können – und das zum Wohl aller Kinder. Denn diese stünden im Mittelpunkt ihres Tuns“, werden die Erzieherinnen zitiert. Als Vertreter des Trägers war auch Heiner Kemper in die Einrichtung gekommen. Der stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstandes nutzte die Gelegenheit, um gleich zwei Erzieherinnen zum 25-jährigen Dienstjubiläum zu gratulieren. Diese lange Verbundenheit zeige doch, dass man in dem Kindergarten gut arbeiten kann, wird Kemper zitiert.

„Vorkommnisse müssen geklärt werden“

Nicht alle Eltern hießen die Aktion gut. Auf der Facebook-Seite der Halterner Zeitung schreibt Steffi Zausinger, die Aktion sorge für weitere Unruhe und treibe die Menschen in Hullern weiter auseinander. Sie habe bisher viele positive Erfahrungen mit dem Kindergarten gemacht und sei absolut zufrieden mit den Erzieherinnen. Das ändere aber nichts an den Vorkommnissen, die zu klären seien. „Für die Betroffenen muss die Aktion wirklich ein Schlag sein, ich empfinde sie als herzlos.“

Gerüchte

Sandra Kleine Büning macht der Elterninitiative den Vorwurf, vorab mit Gerüchten von einer Schließung des Kindergartens und Kündigungen der Erzieherinnen Stimmung erzeugt zu haben. Das könne kein richtiger Ansatz sein, um eine ehrliche Aufklärung zu betreiben. Laura Fimiani kommentierte ebenfalls die Aktion. Das Motto Hand in Hand werde vollkommen verfehlt. Es könne nicht sein, dass Tatsachen geheim gehalten und die Wahrheit vertuscht werde. Ein Großteil der Elternschaft verlange lediglich, dass die Kita aus den Vorfällen lerne und Maßnahmen ergreife, damit so etwas nicht wieder passieren könne, schreibt Andreas Müller. Das A & O eines Krisenmanagements sei eine offene schnelle Kommunikation aller Beteiligten, davon sei man in Hullern weit entfernt. Und solange könne es kein „Hand in Hand“ geben.

Der Konflikt in der Kita wurde in der zweiten Dezemberwoche ausgelöst. Eltern hatten den Vorwurf erhoben, es habe sexuelle Übergriffe in der Kita gegeben und der Kindergarten habe darauf nicht entsprechend reagiert.

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