Halterner führte alle an der Nase herum - Dauer-Betrüger muss ins Gefängnis

rnLandgericht

Seit Jahren beschäftigt ein Betrüger aus Haltern die Justiz. Jetzt haben die Richter hart durchgegriffen.

Haltern/Essen

, 16.11.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Es war ein bitterer Tag für den 29-Jährigen. Seit einer Woche hat der gelernte Kinderpfleger aus Haltern wieder einen Job – wenn auch nur in einer vom Jobcenter vermittelten Maßnahme. Doch die Tage sind gezählt. Nächste Station ist das Gefängnis.

Sechs Monate Haft ohne Bewährung: Diese bereits vom Amtsgericht Marl verhängte Strafe haben die Berufungsrichter am Essener Landgericht am Freitag bestätigt. Außerdem muss der 29-Jährige mit dem Widerruf von zwei älteren Bewährungsstrafen rechnen. Alles zusammengerechnet bedeutet das: drei Jahre und neun Monate Haft.

Angefangen hatte es mit Internet-Betrügereien. Der Angeklagte bestellte unter falschen Namen, gab Phantasie-Bankverbindungen an und verkaufte die Waren weiter. Zuletzt hatte er sich auch noch eine Bescheinigung der Deutschen Rentenversicherung fälschen lassen, um nicht vor Gericht erscheinen zu müssen. Angeblich befand er sich in einer Reha-Maßnahme an der Ostsee. Selbst der Bewährungshelfer wurde ausgetrickst. Drei Jahre lang war der 29-Jährige nicht hingegangen. Das hatte sein Partner übernommen – unter falschem Namen.

Dass es jetzt nicht schon wieder eine Bewährungsstrafe gab, begründete die Richterin so: „Wenn Sie jetzt wieder nach Hause gehen, muss man ja Angst haben, was Sie sich als nächstes ausdenken.“

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