Haltern „kratzt“ an Hochwassermarke

Lippepegel steigt

Im Laufe der vergangenen Woche stieg die Lippe am Pegel in Hamm-Bossendorf stetig. Von "Hochwasser" ist offiziell bisher nicht die Rede, doch sind die Pegelstände der Lippe und zahlreiche Nebenläufe über das Wochenende stark gestiegen. Und sie könnten am Dienstag noch weiter steigen.

HALTERN

, 01.02.2016, 17:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Während die Abflüsse in den kleineren Gewässern in der Nacht auf Sonntag ihren Höhepunkt erreichten und meist schon wieder fallen, "kratzt" die Lippe in Haltern an der Hochwassermarke von 5 Metern. So hat sich hier der Pegel seit Donnerstag (2,10 Meter) mehr als verdoppelt. Ein Spitzenwert von 4,70 Meter wurde in der Nacht zu Montag verzeichnet und fiel leicht bis auf 4,41 Meter.

Hochwasserampel

"Noch zeigt die Hochwasserampel Gelb, wie Ende November", sagt Michael Steinbach. Der Sprecher des Lippeverbandes gibt aber noch keine Entwarnung.

Die Meteorologen rechnen für den heutigen Dienstag wieder mit stark verbreiteten Regenfällen von bis zu elf Litern pro Quadratmetern. Somit könnte der Pegel der Lippe sich bis Mittwoch auch schnell der Fünfmetermarke nähern.

Einen großen Anteil an der Entwicklung in Haltern hat die Stever, die über den Stausee in die Lippe mündet. Dort lag der Pegel am Donnerstag bei 1,50 Meter, in der Nacht zu Montag kletterte er bis auf 4,20 Meter. Diesem Wasserstand entspricht ein Spitzenabfluss von 70000 Litern pro Sekunde aus der Stever, der das Wasser in der Lippe auf rund 160000 Liter in der Sekunde anschwellen ließ. Hier hatte sich nach Beobachtung des Lippeverbandes allein am Samstag der Pegel von 1,80 m auf 3,60 Meter verdoppelt.

Augenmerk Deiche

Bei Erreichen der Hochwassermarke steht die Ampel auf Rot und beim Lippeverband alle Männer und Frauen bereit. "Das gilt für 24 Stunden am Tag auch an Wochenenden", so Steinbach. Ein besonderes Augenmerk liegt dann auf den Deichen. "Der alte Halima-Deich (Haltern-Lipprammsdorf-Marl), der uns noch einige Zeit erhalten bleibt, steht dann unter ständiger Beobachtung", so Steinbach. Bäume und Gebüsche, die noch nicht entfernt wurden, könnten herausgerissen werden und Löcher in den Deich reißen.

Ebenso müsste das Pumpwerk im Meinken in Lippramsdorf überprüft werden. "Staut sich das Wasser durch Äste und Gehölz, kann die Pumpe trocken laufen und Schaden nehmen", warnt Michael Steinbach. Eine Entspannung sieht er in den nächsten Tagen nicht.

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