Halterner Bäcker hat eigenes Getreide angebaut

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Gemeinsam mit drei anderen Bäckern hat Berthold Brinkert versuchsweise seinen eigenen Roggen angebaut. Das Brot daraus kommt bald in den Handel.

Haltern

, 22.08.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Brot regional und nachhaltig produzieren: Diese Idee steckt hinter einem Konzept. das Bäckermeister Berthold Brinkert gemeinsam mit drei Kollegen jetzt versuchsweise in die Tat umgesetzt hat. Die vier haben von einem Landwirt in Nottuln Roggen anbauen lassen, der die Grundlage für ein Brot bildet, das in Kürze in ihre Geschäfte kommt.

Beteiligt sind neben Berthold Brinkert drei weitere Bäckereien aus der Region. Partner des Projekts und Initiator ist die Ebäko Einkaufsgenossenschaft mit Sitz in Münster. Dort hatte Markus Heuermann eine Sauerteigmaschine entworfen und gebaut, die unter dem alten Bäckerbegriff Jovemaro (= schönes Brot) einen milden Natursauerteig produziert, der lange frisch bleibt. „Unser Ziel ist es, mit diesem Verfahren ein regionales Produkt auf den Markt zu bringen, das mit kurzen Produktionswegen hergestellt werden kann“, sagt Markus Heuermann.

Testproduktion in Nottuln

In diesem Jahr lief die erste Testphase: Landwirt Stefan Krevert baute in Nottuln auf zwei Hektar Roggen für die Testproduktion an. „Der Roggen ist jetzt geerntet“, sagt Berthold Brinkert. „Er wird in einer Mühle in Recklinghausen gemahlen, auch hier setzen wir auf möglichst kurze Wege.“

„17 Tonnen Getreide sind geerntet worden, daraus werden 13 Tonnen Mehl gewonnen“, so Markus Heuermann. Das Brot, das in etwa vier Wochen in die Läden kommen soll und in Haltern bei Berthold’s der Naturbäcker an der Rekumer Straße verkauft wird, enthält 70 Prozent Roggen und 30 Prozent Dinkelmehl. „Deshalb haben wir es RoDi-Brot genannt“, sagt Berthold Brinkert.

Ab 2021 genug Getreide für ein ganzes Jahr

Von der in diesem Jahr geernteten Menge lässt sich zunächst nur ein begrenztes Kontingent an Brot backen. Im nächsten Jahr soll die Aktion dann groß anlaufen. „Das war zunächst ein Test“, sagt Berthold Brinkert. Und Markus Heuermann ergänzt: „2021 soll auf je 100 ha in Nottuln und im Bereich Olfen/Selm Roggen angebaut werden. Damit soll eine ausreichende Menge Mehl erzeugt werden, die es uns ermöglicht, das Brot dann das ganze Jahr über anzubieten.“

Berthold Brinkert ist außerdem im Gespräch mit Halterner Landwirten. „Vielleicht gelingt es, auch hier in Haltern noch einen Bauern zu finden, der mit uns kooperiert“, sagt er. „Allerdings müssen die Bauern immer ihre Pflanzzyklen einhalten, es ist nicht gesagt, dass kurzfristig eine entsprechende Fläche zur Verfügung steht.“

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