Halterner begegnen Gesichtern der Flucht

Theaterstück im Schulzentrum beeindruckte

Die theaterpädagogische Werkstatt aus Osnabrück brachte mit dem Stück „fremdsein. Ein dialog“ in der Aula des Schulzentrums das Schicksal von vier Menschen aus unterschiedlichen Ländern und unterschiedlichen Jahrzehnten auf die Bühne. Das Theaterstück geht unter die Haut. Es berührt, lässt Tränen fließen und macht nachdenklich.

HALTERN

30.04.2017, 21:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Halterner begegnen Gesichtern der Flucht

Dank der Leistung der Laienschauspieler ging das Theatersück "Fremdsein. Ein dialog" den Zuschauern unter die Haut.

Gemeinsam ist allen vier Menschen: Sie mussten ihre Heimat verlassen. Sie flüchten aus Afrika und aus einem arabischen Land, werden aus Ostpreußen und der DDR vertrieben. Sie flüchten als Kind, Jugendlicher und junger Erwachsener, als Mann, als Frau. Doch bei allen Unterschieden ähneln sich ihre Ängste, Sorgen, Fragen und Hoffnungen. Das Wissen darum, dass die Schicksale nicht fiktiv sind, sondern so erlebt wurden – und jeden Tag so erlebt werden – macht die Dramatik des Stückes aus und sorgt dafür, dass das Publikum die Aula nicht unverändert verlässt. Dem Schicksal der Flüchtlinge konnte sich niemand verschließen.

Tolle Schauspieler

 

Dazu tragen auch die schauspielerischen Leistungen von Johanna Moußet, Sevdalina Marinova, Kaisar Mahmoud und Mareen Nykamp bei. Es ist kaum zu glauben, dass sie Laienschauspieler sind. Jede Szene wird so gespielt, dass sie jeder verstehen kann, auch Menschen ohne Kenntnisse der deutschen Sprache. Das Bühnenbild und die Requisiten sind bewusst einfach und sparsam gehalten. Nichts lenkt ab von dem Abschiedsschmerz, den die jungen Frauen aus Afrika und dem arabischen Land empfinden, wenn sie sich ein letztes Mal von ihrer Mutter verabschieden, oder wenn die kleine Grete aus Ostpreußen laut „Mama!“ ruft.

 

Dramatik

Nichts lenkt ab von der Dramatik an den Grenzen, die nicht alle Menschen erreichen und die nicht alle passieren dürfen. Grenzen, an den Hoffnungen platzen und Leben enden. Nichts lenkt ab, wenn erzählt wird von der bitteren Kälte, der Enge, dem Schweiß, dem Durst, der Angst und anderen Schrecken der Flucht. „Ich wollte einfach nur frei sein und in Frieden leben.“ Dieser Wunsch zieht sich wie ein roter Faden durch das Stück und findet in dem gemeinsam von allen vier Darstellern gesungenen Lied „Die Gedanken sind frei“ einen Höhepunkt.

Persönliche Geschichten

„fremdsein. Ein dialog“ hat es geschafft, geflüchteten Menschen ein Gesicht zu geben. Das Theaterstück macht Schluss mit dem Gerede über „die Flüchtlinge, die alle dies oder jenes tun“, wie es die Initiatorin der Veranstaltung, Gerburgis Sommer, in ihrer Begrüßung zum Ausdruck bringt. „fremdsein. Ein dialog“ zeigt, dass jeder geflüchtete Mensch einen Namen und Gefühle, eine persönliche Geschichte hat. Ganz gleich, aus welchem Land und zu welcher Zeit er seine Heimat verlassen musste.

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