Halterner Christen feierten Gottesdienst im Autokino am Bikertreff

rnPfingstgottesdienst

Eigentlich war für Pfingstmontag ein ökumenischer Gottesdienst auf dem Halterner Marktplatz geplant. Wegen Corona wurde daraus aber nichts. Der Alternativstandort war ein ganz besonderer.

Haltern

, 01.06.2020, 14:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einheit in der Vielfalt zeigten schon die Besucher durch ihre Anwesenheit beim ökumenischen Pfingstgottesdienst der katholischen, evangelischen und neuapostolischen Halterner Christen am Autokino beim Bikertreff Vogel in Marl-Sickingmühle. Pfarrer Karl Henschel machte sie am Pfingstmontag außerdem zum Thema seiner Predigt.

Der ursprünglich geplante ökumenische Gottesdienst auf dem Halterner Marktplatz ließ sich wegen der Corona-Krise nicht realisieren. „Auf die Alternatividee sind wir durch die esm, die evangelische Stadtkirchengemeinde Marl gekommen, die ihren Ostergottesdienst im Autokino gefeiert hatte und davon begeistert war“, berichtet Karl Henschel, Pfarrer der evangelischen Gemeinde Haltern.

Musiker und Sänger wurden zugeschaltet

Gemeinsam mit Pfarrer Michael Ostholthoff von der katholischen Pfarrei St. Sixtus und Sören Linke, dem Gemeindevorsteher und Priester der neuapostolischen Gemeinde, gestaltete er den Open-Air-Gottesdienst, der vor Ort musikalisch von den beiden Kantoren Sung-Jin Suh und Thomas Drees umrahmt wurde. Aus der Erlöser- und der St.-Laurentiuskirche waren außerdem die Musiker und Sänger Claudia Müffler, Gudula Stenner-Klischies, Eva Hoffmann, Christa Zurhove und Mattias Schütz zugeschaltet.

Der Gottesdienst werde wohl allen Beteiligten die Pfingströte ins Gesicht treiben, vermutete Michael Ostholthoff bei seiner Begrüßung. Damit behielt er recht, denn bei dem sonnigen Wetter waren die Pfarrer in ihren Talaren und teilweise mit Mund-Nasenschutz nicht zu beneiden.

„Perversion einer Einheit“

Sören Linke las aus dem Brief des Apostels Paulus an die Epheser, Karl Henschel griff die dort angesprochene Thematik der Einheit der Gemeinde in seiner Predigt auf. „In aller Demut und Sanftheit, in Geduld ertragt einander in Liebe“, heißt es dort.

Wenn die Mitglieder der ersten sehr heterogenen christlichen Gemeinde „ein Leib, ein Geist, ein Herr, ein Glaube“ riefen, vielleicht skandierten, dann dürfe das nicht bedeuten, das hier Hierarchien aufgebaut werden, sagte Karl Henschel. Er nannte die NS-Ideologie oder den Fanatismus des IS als Beispiele der „Perversion einer Einheit“, die alle abweichenden Richtungen vernichten will.

Die Pfingstbotschaft schlage eine ganz andere Tonart an, so Karl Henschel: einander verstehen, von einander lernen und zu erkennen, „Einheit ist Vielstimmigkeit“. Das zeige sich gerade in der Ökumene: „Sie lässt uns nicht unverändert.“

200 Besucher verfolgten den Open-Air-Gottesdienst

Rund 80 Autos standen am Bikertreff, über 200 Besucher verfolgten den Open-Air-Gottesdienst. Die Jugendlichen der KJG von St. Sixtus und St. Marien wiesen die Autos in ihre Stellplätze ein.

Die Besucher fanden die Idee „genial“. Sowohl Ann-Kristin Mettenmeier aus der neuapostolischen Gemeinde als auch Vera und Ludger Pillmann aus St. Sixtus waren sich einig: „Eine tolle Idee, schön, dass so kreativ auf die ungewöhnliche Situation reagiert wurde.“

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