Halterner Feuerwehrleute erklären ihre 25 Kilo schwere Ausrüstung nach Flächenbrand

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Atemschutz, feuerfeste Kleidung und jede Menge Zubehör. Was brauchen die Feuerwehrleute eigentlich, um einen gefährlichen Wohnungs- oder Flächenbrand wie den am Dienstag zu bekämpfen?

Haltern

, 24.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Der Wohnungsbrand an der Münsterstraße hat Anfang Mai ein Todesopfer gefordert. Das betroffene Haus ist größtenteils zerstört worden und stark einsturzgefährdet. Doch der Einsatz von fast 100 Rettungskräften bis tief in die Nacht hat verhindert, dass das Feuer andere Personen verletzte oder auf andere Häuser übergriff.

Mehr als 25 Kilo wiegt die Ausstattung, die sich die Feuerwehrleute bei so einem Brandeinsatz anlegen. „Eine Atemluftflasche reicht bis zu einer halben Stunde“, erklärt Georg Bäther von der Halterner Feuerwehr. „Braucht man für den Hinweg zum Feuer fünf Minuten, rechnen wir sicherheitshalber die doppelte Zeit für den Rückweg“, so Bäther: „Also bleiben pro Flasche 15 Minuten für die Brandbekämpfung.“

Ein sogenanntes Manometer zeigt dem Kameraden an, wie viel Druck noch auf der Flasche ist, per Funk steht er immer mit dem zuständigen Gruppenführer in Kontakt. „Flammschutzhauben schützen die freien Kopfpartien“, erklärt Bäther. Allein der Atemschutz wiegt ihm zufolge 17 Kilogramm, die gesamte Ausrüstung kommt dank des feuerfesten Materials auf mehr als 25 Kilo.

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Ausrüstung der Halterner Feuerwehr

Die Feuerwehr stellt ihre Ausrüstung vor.
24.07.2019
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Bei Bedarf kann die Feuerwehr mit der Ausrüstung eines Fahrzeugs bis zu 2000 Meter Schlauch verlegen.© Kevin Kindel
Ein Display im Heck des Einsatzfahrzeugs zeigt unter anderem an, wie viel Wasser sich noch im eingebauten Tank befindet.© Kevin Kindel
Die Wärmebildkamera gibt die Temperatur des gefilmten Bereiches digital an und kann Fotos erstellen.© Kevin Kindel
Das Bild auf dem Display der Kamera ist schwarz-weiß dargestellt. Wärmere Bereiche erscheinen weiß. Die Empfindlichkeit der Kamera kann genau eingestellt werden.© Kevin Kindel
Jede Menge Werkzeug, Schläuche und anderes Zubehör ist auf den Einsatzwagen verstaut. © Kevin Kindel
Jede Menge Werkzeug, Schläuche und anderes Zubehör ist auf den Einsatzwagen verstaut. © Kevin Kindel
Das Wasser kann mit speziellen Ventilen auf mehrere Schläuche verteilt werden.© Kevin Kindel
Am Einsatzort sind die Rettungskräfte auf Pläne angewiesen, die ihnen helfen, die nächstgelegenen Hydranten zu finden.© Kevin Kindel
Ein Barometer zeigt den Druck in der Sauerstoffflasche an.© Kevin Kindel
Die Atemschutzmaske bewahrt die Feuerwehrleute vor Rauchgasvergiftungen.© Kevin Kindel
An der Münsterstraße hatten einige Einsatzkräfte zwei Sauerstoffflaschen auf dem Rücken, die sie zusammen bis zu einer Stunde versorgen können.© Kevin Kindel
Die Drehleiter kann man bis zu einer Höhe von 23 Metern ausfahren. Bis zu drei Personen können in dem Korb transportiert werden.© Kevin Kindel

Teil der Ausrüstung sind bei vielen Einsatzkräften außerdem Dinge wie Lampen oder Leinen. „Im Notfall könnte man sich mit der Leine abseilen“, erklärt Georg Bäther. Sollte man irgendwo hängenbleiben, ist eine starke Rettungsschere immer dabei, um sich aus Zwangslagen zu befreien. Die Wärmebildkamera, die den Rettungskräften anzeigt, wie heiß es am Brandort ist, kann gleichzeitig Fotos machen und sie später auf einen Computer übertragen.

Die Drehleiter, die an der Münsterstraße eingesetzt wurde, reicht auf eine Höhe von 23 Metern. Auch beim Flächenbrand am Dienstag an der Stadtgrenze zu Dülmen ist sie ausgefahren worden, um das Gelände aus der Luft zu beobachten. Die Fahrzeuge der Feuerwehr enthalten alle jede Menge Lösch- oder Saugschläuche. Letztere sind dafür da, Wasser aus offenen Gewässern abzupumpen. Das geschah im vergangenen Sommer zum Beispiel bei einem Waldbrand in der Nähe des Stausee-Ostufers.

„Für ländliche Gebiete haben wir ein Fahrzeug mit 2000 Metern Schlauch an Bord“, erklärt Georg Bäther. Schneller Zugriff auf sogenannte Hydrantenpläne ist vor Ort wichtig: „Wir laufen ja nicht einfach los und suchen den nächsten Hydranten.“ Zur Bausubstanz werden die Anwohner vor Ort befragt.

Für den ersten „Schnellangriff“ aufs Feuer gibt es 50-Meter-Schläuche, die direkt das Wasser aus dem eingebauten Tank des Fahrzeugs nutzen. Außerdem gehören Sägen, Äxte, Besen, ein Stromerzeuger oder Gegenstände wie Pylone und Lampen zur Verkehrsabsicherung zur Ausstattung der Fahrzeuge.

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