Halterner Firma entwickelt internetfähigen Spiegel

Zukunftsvision

Vor wenigen Jahren noch absurde Fantasie - jetzt zum Greifen nah: Bald könnte man beim Zähneputzen mit dem Badezimmer-Spiegel im Internet surfen. Die Halterner Firma Fimpeler arbeitet mit Hochdruck an der Idee und hat in ihrem Geschäft am Lorenkamp schon einen Protoypen ausgestellt.

HALTERN

, 06.10.2016, 15:17 Uhr / Lesedauer: 1 min
Halterner Firma entwickelt internetfähigen Spiegel

Hermann Fimpeler (66) entwickelt einen internetfähigen Spiegel mit Internetzugang.

Die Inspiration kam vor etwa einem halben Jahr, inzwischen gibt es mehrere Prototypen, am Lorenkamp in Haltern hergestellt. Auf einer Fachmesse in Düsseldorf hat Hermann Fimpeler den Internet-Spiegel im September vorgestellt, direkt hätten sich Interessenten aus Brasilien und Vorderasien für die Massenproduktion gemeldet, berichtet er.

Bis Ostern will der Firmenchef ihnen nähere Ergebnisse seiner Arbeit präsentieren können. Wichtig ist ihm aber: „Ohne die Unterstützung meines Sohnes hätte ich das nicht hingekriegt.“ Im Geschäft am Lorenkamp hängt bereits ein Exemplar mit schwarzer Scheibe, ein 22-Zoll-Monitor ist hinter dem Glas platziert. Mithilfe einer teuren Spezialfolie wird ein sogenanntes kapazitives Spannungsfeld auf dem Bildschirm erzeugt.

Dieses Video einer Firma aus den USA hat Hermann Fimpeler inspiriert:

  So kann man nur mit einem Fingertippen oder -wischen über der Glasplatte den angeschlossenen Computer steuern – mit sämtlichen Funktionen, die ein normaler PC oder ein Smartphone bieten. Und dort, wo der Bildschirm schwarze Flächen anzeigt, kann man sich im Glas weiter spiegeln. So sei es sogar denkbar, einen Bildschirm mit mehr als 50 Zoll Diagonale (1,27 Meter) im Spiegel zu platzieren, erzählt der Tüftler.

„Wir arbeiten noch an der Brillanz“, sagt Hermann Fimpeler. Ein normaler, nicht so dunkler Spiegel ist so beschichtet, dass es durch metallische Teile Probleme mit dem Spannungsfeld gibt. Je heller die Scheibe, desto besser kann man sich aber selbst darin sehen. Je nach Produktionsmenge und Bauteil sei ein Verkaufspreis bislang schwer abzusehen, sagt Hermann Fimpeler, 1700 bis 1800 Euro seien pro Stück aber realistisch: „Allein die Spezialfolie kostet 400 Euro und kommt aus Shanghai.“ 

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