Halterner Gastronomen im Corona-Modus nur verhalten optimistisch

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Seit Mitte Mai sind Restaurants wieder geöffnet. Vom Normalbetrieb sind aber die Gastronomen noch immer weit entfernt. Im Herbst könnte es wieder kritisch werden.

Haltern

, 06.07.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seine ersten Gäste im Rossini nach der Corona-bedingten Zwangspause hatte Christian Zehren Mitte Mai mit einem Gläschen Sekt begrüßt. Nach knapp zwei Monaten Betrieb zieht der Sprecher des Halterner Hotel- und Gaststättenverbandes ein erstes vorsichtiges Fazit.

„Der Betrieb ist zunächst sehr verhalten wieder angelaufen“, so Christian Zehren. „Es gab noch viele Unsicherheiten, mancher hat sich auch noch nicht getraut, wieder in ein Restaurant zu gehen. Das ändert sich aber zum Glück langsam. Die Gäste sind inzwischen wieder lockerer.“

Außengastronomie läuft fast normal

Im Außenbereich könne man die Frequenz inzwischen fast wieder als normal bezeichnen, sagt Christian Zehren. „Die Gäste fühlen sich draußen zum Teil auch sicherer, sitzen auch dann noch draußen, wenn sich früher wegen des Wetters kaum noch einer rausgesetzt hat“.

Aber auch im Innenbereich hat sich der Betrieb inzwischen eingespielt. „Die Leute wissen inzwischen, dass sie sich in eine Liste eintragen müssen, dass sie den Mund-Nasen-Schutz tragen müssen, wenn sie sich im Restaurant bewegen“, sagt Christian Zehren. „Das mussten wir anfangs oft erklären, aber das ist inzwischen vielen vertraut.

Diese Gäste zahlen nicht, sie dienen im Rossini als Abstandshalter und Werbefläche für ein Modehaus.

Diese Gäste zahlen nicht, sie dienen im Rossini als Abstandshalter und Werbefläche für ein Modehaus. © Jürgen Wolter

Inzwischen können auch Gruppen bis zu 50 Personen wieder bewirtet werden. „Einige nutzen inzwischen das Angebot wieder, es gibt aber auch Gäste, die von sich aus darauf zunächst noch verzichten“, so Zehren. „Das muss man natürlich akzeptieren.“ Nur wenige ausgefallene Feiern würden nachgeholt, so der Betreiber von Rossini, Kolpingtreff, Kombüse und Kajüte. „Viele sagen auch: Dann ist die Feier eben in diesem Jahr ausgefallen“.

Ab Herbst könnte es verstärkte Probleme geben

Für Restaurants ohne Außengastronomie sei die Situation schwieriger, sagt Christian Zehren. „Dadurch können wir zurzeit noch einiges kompensieren. Aber spätesten Ende September, Anfang Oktober, wenn für alle die Innensaison beginnt, kann es wieder eng werden, wenn sich bis dahin keine weiteren Lockerungen zum Beispiel bei der Anstandsregel abzeichnen.“

Zurzeit gelten weiterhin 1,50 Meter Mindestabstand zwischen den Tischen. „Genau genommen muss man sagen, zwischen den Rückenlehnen der Stühle“, so Christian Zehren. Außerdem sei Thekenbetrieb nach wie vor untersagt. Etwa 30 bis 40 Prozent der Plätze würden in allen Restaurants wegfallen. Das ziehe für alle Gastronomen nachhaltige Umsatzeinbrüche nach sich.

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