Halterner gedachten Opfer von Kriegen und Gewalt

Erinnern weist neue Wege

In Haltern und den Ortsteilen gedachten Bürger am Volkstrauertag den Kindern, Frauen und Männern, die im Ersten und Zweiten Weltkrieg an der Front starben sowie derer, die Opfer nationalsozialistischer Gewaltherrschaft wurden. „Es schmerzt, daran zu denken, wie sie ihr Leben verloren“, sagte Bürgermeister Bodo Klimpel am Mahnmal in Haltern. „Ihnen war kein friedlicher Tod vergönnt.“

HALTERN

, 13.11.2016, 16:23 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Schützengilde Haltern, Bürgermeister Bodo Klimpel, Gilde-König Rudolf Langen, Oberst Klaus Lehmacher und Marineoffizier Ida Klimpel hielten zur Kranzniederlegung am Mahnmal Haltern inne.

Die Schützengilde Haltern, Bürgermeister Bodo Klimpel, Gilde-König Rudolf Langen, Oberst Klaus Lehmacher und Marineoffizier Ida Klimpel hielten zur Kranzniederlegung am Mahnmal Haltern inne.

Sie seien verschüttet oder tödlich verwundet worden, hätten Folter und Schmerzen erlitten, seien an Hunger oder unzureichender medizinischer Versorgung gestorben. „Sich dem zu stellen und die Verantwortung zu erkennen, ist nicht leicht. Aber Erinnern weist auch neue Wege“, so Bodo Klimpel. Gemeinsame Erinnerungen seien manchmal die besten Friedensstifter, zitierte er den französischen Schriftsteller Marcel Proust.

Jugend stiftet Frieden

Solch gemeinsames Handeln finde unter anderem in der Kriegsgräberfürsorge statt. Jahr für Jahr kämen Tausende junger Menschen aus verschiedenen Ländern zusammen, um Gräber zu pflegen. Dieses gemeinsame Erinnern und Handeln wirke friedensstiftend, die Beschäftigung mit der Vergangenheit weise in eine bessere Zukunft. Bodo Klimpel: „Wir stellen uns dieser Erinnerung, denn wir wissen, dass Frieden und Freiheit, die Wahrung der Menschenrechte und der Erhalt der Demokratie keine Selbstverständlichkeit sind.“ Diese Staatsform gelte es immer wieder zu verteidigen. Den Appell richtete er mit Blick auf die aktuelle Politik auch an die, die weltweit als entscheidende Machthaber gelten.

Auslandseinsätze

„Denn selbst jetzt, in dieser Stunde, die wir dem Gedenken widmen, schießen irgendwo auf der Welt Menschen aufeinander oder verfolgen Mitmenschen“, griff Stadtkämmerer Dirk Meussen den Gedanken am Mahnmal in Hullern auf. „Vergesst die Toten nicht“ – diese Mahnung beziehe sich nicht nur auf die Vergangenheit, sondern auch auf die Opfer von Krieg und Gewalt in unserer Zeit. Deutschland sei involviert durch die internationalen Einsätze der Bundeswehr: Allein in Afghanistan seien mehr als 50 Bundeswehr-Angehörige ums Leben gekommen, bei allen Auslandseinsätzen weit über 100 Tote zu beklagen.

Nach über 20 Jahren sei es mehr als an der Zeit, eine Debatte darüber zu führen, was die Deutschen mit den Auslandseinsätzen bezweckten. „Wir mögen es für selbstverständlich halten, in Frieden und Freiheit zu leben. Aber diese Werte sind empfindliche Güter.“ 

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