Halterner ist wieder gesund in der Heimat angekommen

Nach Zwangspause im Watt

Das Auto in Norddeich ist angesprungen: Der Halterner Michael Benthaus ist heile zu Hause angekommen. Wie berichtet, hatte er am Dienstag gemeinsam mit seiner Freundin und noch rund 650 weiteren Passagieren auf einer Fähre zwischen Juist und Norddeich mitten im Watt festgesteckt. "So gute zwölf Stunden", sagt er gestern, "waren wir auf dem Schiff."

HALTERN

, 06.01.2016, 16:47 Uhr / Lesedauer: 1 min

Zwölf Stunden, die nicht langweilig wurden. "Ein Unterhaltungsprogramm gab es nicht", sagt der Halterner und lacht, verweist aber auf die Besatzung des Schiffes, die nach Kräften versucht habe, die festsitzenden Passagiere bei Laune zu halten. Als besonders praktisch stellte sich heraus, dass ein Zauberkünstler mit an Bord war und die Kinder ein bisschen bespaßte.

Speisen und Getränke

Nach Schätzung des Halterners hatten auch 95 Prozent einen festen Sitzplatz im Warmen. Für die restlichen habe es Klappstühle im Eingangsbereich gegeben - und die Möglichkeit, nach Absprache auch mit anderen zu tauschen. Darum, die Passagiere mit Speisen und Getränken zu versorgen, bemühte sich die Besatzung nach Kräften, so Benthaus.

Blick in die Kombüse

Sie stieß dabei aber sehr deutlich auch an Grenzen: "Ich habe dann den Oberkellner irgendwann gefragt, ob ich denn eine Chance hätte, eine Portion der Gulaschsuppe zu bekommen", erzählt er - mal wieder mit einem Lächeln in der Stimme. Diese Suppe hätte eigentlich an alle verteilt werden sollen - das Personal kam aber nicht hinterher. Warum, das zeigte der Oberkellner Michael Benthaus dann auch.

Er führte ihn in die Küche der Fähre, wo die Besatzung auf drei mal sechs Metern versuchte, das Essen für 650 Personen zuzubereiten. Aber: Schlimm sei das nicht gewesen, sagt Benthaus. Kritik, die Passagiere gegenüber anderen Medien äußerten, versteht er nicht. "Die haben wirklich alles gegeben", sagt er zur Arbeit der Reederei.

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