Halterner Naturschützer retten Hunderten Kröten und Fröschen das Leben

Nabu Haltern

Langsam gehen Frösche und Kröten auch in Haltern wieder auf Wanderschaft. Damit diese nicht zu Hunderten auf den Straßen tot gefahren werden, packen Naturschützer kräftig an.

Sythen

, 26.01.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nina Julia Wachowski half zum ersten Mal mit, die Schutzzäune aufzustellen. Sie ist vor einem Jahr nach Hullern gezogen.

Nina Julia Wachowski half zum ersten Mal mit, die Schutzzäune aufzustellen. Sie ist vor einem Jahr nach Hullern gezogen. © Jürgen Wolter

Der Naturschutzbund (Nabu) Haltern kann sich über Mangel an Nachwuchs nicht beklagen. Und das gilt nicht nur für die Kleinsten, die am Samstag wieder mithalfen, Amphibienschutzzäune an der Quarzwerkestraße und am Stockwieser Damm aufzustellen. Auch viele erwachsene Ersthelfer waren diesmal dabei.

Zwei von ihnen waren Nina Julia Wachowski und Armin Lansing. Beide hatten sich aus unterschiedlichen Gründen entschlossen, beim Aufbau der Zäume mitzuhelfen.

Kontakt zu neuen Leuten in Haltern

„Ich habe die Ankündigung in der Zeitung gelesen“, sagt Nina Julia Wachowski. „Ich bin erst kürzlich von Velbert nach Hullern gezogen und suche Kontakt zu neuen Leuten in Haltern. Ich fand es eine gute Idee, etwas für den Naturschutz zu tun.“

Sie wollte die Gelegenheit nutzen, um sich auch über die Aktivitäten des Nabu in Haltern zu informieren. „Ich weiß noch nicht, wie man da mitmachen kann, aber ich könnte mir vorstellen, auch öfter aktiv zu werden“, sagt sie.

Gewonnene Zeit sinnvoll nutzen

Anders ist die Motivation bei Armin Lansing. „Ich bin jetzt im Ruhestand und will die neu gewonnene Zeit sinnvoll nutzen“, sagt der ehemalige Sozialpädagoge, der ebenfalls erst kürzlich aus Marl nach Haltern gezogen ist.

An der Quarzwerkestraße wandern die Amphibien in beiden Richtungen über die Straße, da an beiden Seiten Teiche liegen. „Deshalb stellen wir die Zäune auf beiden Seiten auf“, so Dr. Anika Maneke, die in diesem Jahr die Aktion organisiert hatte.

Groß und Klein waren im Einsatz, um an der Quarzwerkestraße (Bild) und am Stockwieser DammAmphibienschutzzäune zu errichten.

Groß und Klein waren im Einsatz, um an der Quarzwerkestraße (Bild) und am Stockwieser DammAmphibienschutzzäune zu errichten. © Jürgen Wolter

Auch die Biologin wohnt noch nicht lange in Haltern. „Nach der Geburt meiner Tochter Hanna wollte ich auch in der Elternzeit aktiv etwas für den Naturschutz tun“, sagt sie. 2016 war sie aus Lüneburg in die Seestadt gezogen. Tochter Hanna (zweieinhalb Jahre alt) war am Samstag ebenfalls schon als Helferin dabei.

Kröten und Frösche gehen auf Wanderschaft

Sobald die Temperaturen sich über fünf Grad Plus bewegen, machen sich Kröten und Frösche auf ihre Wanderung zu ihren Laichgewässern. Jahr für Jahr sterben dabei Hunderte beim Überqueren der Hauptverkehrsstraßen. Um das zu verhindern, werden die Fangschutzzäune aufgestellt, hinter denen Eimer eingegraben sind. Hier fallen die Amphibien bei dem Versuch, an dem Zaun vorbei zu kommen, hinein.

Zwei Mal täglich müssen die Kröten aufgesammelt und über die Straße getragen werden. Dr. Anika Maneke und Christian Lynen vom Halterner Nabu freuen sich, dass sich in diesem Jahr zahlreiche Helfer bereit erklärt haben, etwa bis April die Eimer zu kontrollieren. „Hier an der Quarzwerkestraße übernehmen das in der Woche die Mitarbeiter, wir sind nur am Wochenende im Einsatz“, so Maneke.

Für das Abbauen der Zäune, voraussichtlich im April werden übrigens noch Helfer gesucht. Informationen gibt es auf der Internetseite des Nabu Haltern unter www.nabu-halternamsee.de

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