Halterner Naturschutzverbände sammeln Unterschriften für Artenvielfalt

rnInsekten retten

Die Naturschutzverbände BUND, LNU und NABU sammeln auch in Haltern Unterschriften für die Umsetzung von mehr Umweltschutz. Was es mit der Aktion auf sich hat, erklärt jetzt der NABU Haltern.

Haltern

, 26.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Carola de Marco vom NABU Haltern begrüßte am Donnerstagvormittag einige Gäste im NABU-Wildgarten am Wienäckern und stellte die Aktion vor: „Vor dem Landtag in Düsseldorf haben die drei großen Naturschutzverbände die landesweite Volksinitiative Artenvielfalt gestartet. Die Verbände fordern einen Stopp des Flächenfraßes, dass mehr Waldflächen von Nutzung ausgeschlossen werden, die Ausweitung des Biotopverbundes sowie die Ausweisung eines Nationalparks Senne“, erklärte sie.

Und weiter: „Der ökologische Landbau muss in Zusammenarbeit mit den Landwirten ausgeweitet und ein Verbot chemisch-synthetischer Pestizide ausgesprochen werden. Lebendige Gewässer müssen festgeschrieben und der Artenschutz in der Stadt endlich umgesetzt werden. Diese Themen wollen wir in die Politik hineintragen.“

45 Prozent aller Arten sind bedroht

Auch der NABU Haltern ruft die Bürgerinnen und Bürger auf, diese Initiative mit ihrer Unterschrift zu unterstützen und damit ein deutliches Signal für die notwendigen Maßnahmen zum Schutz der Arten in Nordrhein-Westfalen zu setzen.

„Die Artenvielfalt auf dem Land, aber auch in unseren Städten und Gemeinden muss zukünftig konsequenter und besser geschützt werden, wenn wir unseren Kindern und Enkelkindern einen lebenswerten Planeten hinterlassen wollen,“ erläuterte auch der Vorsitzende des NABU Haltern, Christian Lynen. In Nordrhein-Westfalen sind mittlerweile 45 Prozent aller Arten bedroht. Dazu gehören viele Insekten-, Vogel- und Pflanzenarten. Haltern ist zwar eine Stadt im Grünen, bildet da aber keine Ausnahme.

„Domus Insectorum“

Im Anschluss stellten Carola der Marco und Christian Lynen das neue Insektenhotel „Domus Insectorum“ an der Frontseite ihres Wohnhauses am Wildgarten vor und erklärten, wie wichtig auch Totholz als Lebensraum ist. „In einem liegenden Baumstamm wohnen mehr Lebewesen als Menschen in Nordrhein-Westfalen.“

Auch das Insektenhotel „Domus Insectorum“ wurde vorgestellt.

Auch das Insektenhotel „Domus Insectorum“ wurde vorgestellt. © Antje Bücker

Das Insektenhaus bietet Unterschlupf und Nisthilfen für eine große Zahl von Käfern, Wildbienen, Florfliegen und deren Nachwuchs. Im Untergeschoss, im Bereich der Steine, wohnen Asseln, Molche oder Eidechsen. Die umliegende Blumenwiese und der Gehölzsaum bieten ebenfalls Unterschlupf und Futter.

Wild, aber nicht verwildert

Das hohe Gras, durchsetzt von Kräutern und Wildblumen und dem meterlangen, liegenden Stamm einer Libanonzeder vor dem Haus mutet vielen Menschen ungewohnt an. Kurzgeschnittene Rasenflächen und Unkraut-freie Blumenbeete gehören noch immer zum Standard deutscher Vorgärten. Der Wildgarten und die Blumenwiese im Wienäckern sind aber nicht etwa ungepflegt, sondern wertvolle Kleinbiotope.

Der Wildgarten und die Blumenwiese am Wienäckern sind Kleinbiotope.

Der Wildgarten und die Blumenwiese am Wienäckern sind Kleinbiotope. © Antje Bücker

„In Schottergärten lebt nichts. Sie tragen zum Insektensterben bei. Da muss noch Aufklärungsarbeit geleitet werden,“ erklärten die Naturschützer. Die Besucher halfen beim Aufstellen entsprechender Hinweisschilder entlang des Gartens.

Alle Anwesenden schrieben sich am Ende der Vorträge in die Liste ein. Weitere Aktionen und Unterschriftenstände sind auch vom Natur- und Vogelschutzverein, vom Heimatverein Lippramsdorf und von den Naturparkführern geplant. Mehr Infos unter: www.artenvielfalt-nrw.de oder beim NABU Haltern: info@nabu-halternamsee.de

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt