Pfeiffer‘s Sythener Flora hat die Preise stellenweise angepasst. © Lena Heckmann
Preiserhöhung

Halterner Restaurantbetreiber müssen Preise teils „moderat“ anpassen

Hygiene-Auflagen, Personalmangel und Umsatzausfälle, aber besonders die allgemeine Preisentwicklung zwingen viele Restaurantbetreiber zu Preiserhöhungen. Wir haben uns in Haltern umgehört.

Christian Zehren ist Sprecher des Halterner Hotel- und Gaststättenverbands. Zugleich betreibt er das Rossini. Die allgemeine Preisentwicklung setzt dem Gastronom zu. Zehren spricht von „moderaten Preiserhöhungen“, mit denen er in seinem Restaurant darauf reagiert. Er sei damit stets auf das Verständnis der Gäste gestoßen, sagt der Gastronom. Alles werde derzeit teuer – Preissteigerungen gebe es bei Lieferketten und Personal sowie bei Benzin. Die weitere Entwicklung der Energiepreise sei dabei noch ganz offen.

„Es geht darum, den Betrieb aufrecht zu erhalten, die höheren Kosten aufzufangen“, erklärt Christian Zehren. Der Preis für einige Getränke wie Mineralwasser, Cola und bestimmte Biersorten sei im Rossini um jeweils zehn Cent erhöht worden. „Für den Kunden ist das kaum spürbar, in der Masse hilft es aber dem Gastronomen.“

Stets positive Reaktionen der Gäste

Wie im Rossini auch, wird im Uhlenhof regelmäßig neu kalkuliert. „Die Preise für Gemüse, Fleisch etc. explodieren gerade“, sagt Michael Haverkamp. Daher müssten auch die Preise im Restaurant leicht angehoben werden. Die Gäste haben nach Aussage des Inhabers und Küchenchefs vom Uhlenhof bislang stets positiv darauf reagiert – „sie können das sehr gut verstehen“. Gerade am Wochenende werde sehr rege ein Tisch gebucht, freut sich Haverkamp.

Michael Haverkamp, Pächter des Restaurants Uhlenhof, muss regelmäßig neu kalkulieren.
Michael Haverkamp, Pächter des Restaurants Uhlenhof, kalkuliert regelmäßig neu. © Jürgen Wolter © Jürgen Wolter

Auch in Pfeiffer’s Sythener Flora mussten die Preise angepasst werden. „Die Lebensmittelkosten werden teurer. Die Gänsepreise sind fast um 100 Prozent angezogen“, berichtet Monika Pfeiffer. Dementsprechend bliebe den Restaurantbetreibern nichts anderes übrig, als auch die Preise auf der Speisekarte anzupassen. Habe so ein Gänsemenü für vier Personen im letzten Jahr noch 105 Euro gekostet, stehe es nun für 115 Euro auf der Karte.

Beliebt sei das traditionelle Gänseessen trotzdem nach wie vor. So seien im Sythener Restaurant bereits einige Anmeldungen für Weihnachtsfeiern eingegangen.

Marijo Pavlovic, Geschäftsführer vom Hotel am Turm, hat derweil seine Preise noch unverändert gelassen. „Ich müsste es eigentlich machen, wenn ich mir die anderen Gegebenheiten angucke“, erklärt er und verweist damit auf die immer höher werdenden Kosten.

Erste Weihnachtsfeiern sind bereits geplant

„Ich kann aber auch nicht davon ausgehen, dass die Kunden das ausbügeln“, ergänzt Marijo Pavlovic. Wie es in Zukunft mit einer möglichen Preisanpassung aussehe, könne er jetzt noch nicht sagen.

Auch in seinem Restaurant sei die Nachfrage weiterhin groß. Schon für November seien die ersten Weihnachtsfeiern geplant.

Marijo Pavlovic vom Hotel am Turm hat bisher noch nicht erhöht - will es aber zukünftig nicht ausschließen.
Marijo Pavlovic vom Hotel am Turm hat die Preise bisher noch nicht erhöht – will es aber zukünftig nicht ausschließen. © Jürgen Wolter © Jürgen Wolter

Der Landgasthof Heimingshof beobachtet derweil die aktuellen Kostenentwicklungen. „Wir haben noch keine Preise angepasst, aber wir haben die Fleischpreise im Blick. Es ist alles teurer geworden“, erklärt ein Sprecher auf Anfrage. Eine mögliche Preisanpassung in der Zukunft könne daher auch nicht ausgeschlossen werden.

Bierpreise ziehen an

Schlechte Nachrichten für Millionen Biertrinker: Pils, Export und Weizen werden voraussichtlich schon bald teurer. Gleich drei führende deutsche Brauereien – die Radeberger Gruppe, Krombacher und Veltins – wollen ihre Preise für die Gastronomie und den Handel im nächsten Frühjahr spürbar erhöhen.

  • Deutschlands größte Brauereigruppe Radeberger begründete den Schritt mit Kostensteigerungen. „Neben massiven Umsatz- und Ertragsverlusten in den 18 Monaten der Pandemie fallen nun in allen Unternehmen weitere ganz massive Kostensteigerungen für Energie, Logistik, Leergut sowie Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe an“, betonte eine Unternehmenssprecherin. Die Abgabepreise müssten erhöht werden.
  • Ein Veltins-Sprecher verwies darauf, dass allein im Energiebereich die Kosten in den vergangenen drei Jahren um über 150 Prozent gestiegen seien. „Das ist nicht mehr aufzufangen“, sagte er. Die geplante Preiserhöhung gelte deshalb für die Gastronomie ebenso wie für den Einzelhandel.
  • Nach Schätzungen des Branchendienstes „GetränkeNews“ dürften die angekündigten Preiserhöhungen das Glas Bier in der Kneipe zwischen 30 und 50 Cent verteuern.
  • Krombacher verwies darauf, dass die letzte große Preisanpassung immerhin drei Jahre zurückliege.
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Redaktion Haltern
Geboren in Dülmen, Journalistin, seit 1992 im Medienhaus Lensing - von Münster (Münstersche Zeitung) über Dortmund (Mantelredaktion Ruhr Nachrichten) nach Haltern am See. Diplom-Pädagogin und überzeugte Münsterländerin. Begeistert sich für die Menschen und das Geschehen vor Ort.
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Ingrid Wielens
Freier Mitarbeiter