Halterner Restaurantbetreiber soll minderjährige Schülerin sexuell bedrängt haben

rnProzessauftakt

Es steht Aussage gegen Aussage: Ein Restaurantbetreiber aus Haltern soll Mitte letzten Jahres eine minderjährige Schülerin sexuell belästigt haben. Der Mann bestreitet die Vorwürfe.

Haltern

, 11.02.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit dem 11. Februar (Dienstag) muss sich ein Halterner Gastronom wegen sexueller Nötigung vor dem Amtsgericht in Marl verantworten. Sein Opfer soll eine minderjährige Schülerin aus Haltern gewesen sein.

Laut Anklage hat sich die Tat am 19. Juni 2019 ereignet. Zusammen mit der 16-Jährigen, die in seinem Restaurant regelmäßig aushalf, hatte der Angeklagte den Dienstplan besprochen. Danach brachte er sie aber nicht wie besprochen nach Hause. Stattdessen steuerte er sein Fahrzeug in der Nähe des Flugplatzes Borkenberge auf einen abgelegenen Waldweg. Dort soll er das Mädchen dann sexuell belästigt haben.

Ein Geldgeschenk zum Abschluss

Zunächst habe er seine Hand auf einen Oberschenkel seines jungen Opfers gelegt und diesen dann gestreichelt. Dann habe er seiner Beifahrerin einen Kuss aufgedrängt. Das Opfer habe sich wegdrehen und ihn zurückdrängen wollen. Doch der Mann sei stur geblieben und habe die Schülerin an der Brust begrapscht. Beim Versuch, unter ihre Bluse zu fassen, habe sie ihn abgewehrt und erklärt, schnell nach Hause zu müssen. Ihre Eltern würden auf sie warten, erfand sie eine Notlüge. Daraufhin habe der Angeklagte von ihr abgelassen und sie heimgebracht. Mit der Aufforderung, sich „etwas Schönes“ zu kaufen, habe er ihr schließlich 100 Euro geschenkt.

Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe. Das Mädchen, dem er in der Hauptverhandlung mehrmals ein deutlich sexualisiertes Verhalten vorwarf, habe ihn beim Einkauf von Getränken begleiten wollen. Der Gastwirt will dann von der jungen Frau auf den abgelegenen Weg gelotst worden sein. Auf ihre Anmachversuche habe er abweisend reagiert. „Du bist noch ein Kind“, habe er ihr gesagt und sie mit dem Geld trösten wollen.

Junges Mädchen schildert das Geschehen unter Tränen

Unter Tränen schilderte die 16-Jährige ihre Sicht der Ereignisse. Sie habe sich gewundert, dass er nicht zu ihrem Elternhaus abgebogen und eine andere Strecke gefahren sei. „Ich möchte das nicht“, habe sie ihm später im Wald deutlich gesagt. Erst nach der Notlüge von der Handy-Nachricht ihrer Eltern habe der aufdringliche Restaurantbetreiber sie nach Hause gebracht. Mit den Worten „Erzähl niemandem hiervon“ habe er ihr das Geld gegeben.

Weil ihre Eltern nicht zu Hause gewesen seien, fuhr das völlig aufgelöste Mädchen nach eigener Aussage zu Freundinnen in die Stadt. Eine weitere herbeigerufene Freundin habe sie schließlich abgeholt und den Bruder des Opfers über die Tat informiert. Gemeinsam mit den Eltern und der Oma habe man dann bei der Polizei Anzeige erstattet.

Zu einem Urteil kam es zum Prozessauftakt am Dienstag noch nicht. Denn eine der Freundinnen, die als Zeugin geladen war, erschien nicht zum Gerichtstermin. Die Vorsitzende Richterin und die Verteidigung einigten sich zudem darauf, nun auch noch die beiden anderen Freundinnen der 16-Jährigen zu befragen.

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