AV 8 in Lippramsdorf wurde oft von Prominenten besucht, wie hier 2013 von Sänger Thomas Godoj (3.v.l.). Dieser war über 1000 Meter tief unter Lippramsdorf auf der 6. Sohle. Jetzt soll der Schacht zum Denkmal werden. © Holger Steffe (A)
Prüfung läuft

Halterner Schacht AV 8 steht vorläufig unter Denkmalschutz

Der Schachtturm, die Maschinen- und Schachthalle des 2015 geschlossenen Bergwerks Auguste Victoria 8 stehen vorläufig unter Denkmalschutz. Noch ist unklar, ob das zum Dauerzustand wird.

Auf einen Lieblingsplatz für Lost Placer hat er es schon geschafft, bald auch auf die Denkmalliste? Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe hat beantragt, einen großen Teil der Lippramsdorfer Schachtanlage Auguste Victoria 8 unter Denkmalschutz zu stellen. Die Entscheidung treffen Kulturausschuss und Rat im Herbst. Bis dahin steht AV 8 vorläufig unter Schutz.

Hintergrund ist das Gesetz zum Schutz und zur Pflege der Denkmäler

im Land Nordrhein-Westfalen: Ist damit zu rechnen, dass ein Denkmal in die Denkmalliste eingetragen wird, so soll die Untere Denkmalbehörde – in diesem Falle die Stadt Haltern – anordnen, dass das Denkmal vorläufig als eingetragen gilt. Diese Anordnung verliert ihre Wirksamkeit, wenn nicht innerhalb von sechs Monaten das Verfahren zur Eintragung in die Denkmalliste eingeleitet wird.

Stadt möchte Standort gewerblich entwickeln

Die vorläufige Unterschutzstellung ist am 21. Juni in Kraft getreten, lässt die Stadt wissen. Sie selber hat weiterhin ein hohes Interesse daran, den Standort gewerblich fortzuentwickeln. Das auch gern gemeinsam mit der Stadt Marl, da beide Städte Eigentümerinnen von Grundstücken an der Schachtanlage sind. „Wir sind weiterhin hauptsächlich an der Realisierung eines Gewerbegebietes sowie der Standortsicherung der vorhandenen Brecheranlage interessiert und diesbezüglich im ständigen Austausch mit allen Beteiligten. Der Förderturm steht als Landmarke für Kohleförderung in unserer Stadt, ob dies für Lippramsdorf ein erstrebenswertes Denkmal ist, bleibt der politischen Entscheidung vorbehalten“, äußert sich Bürgermeister Andreas Stegemann.

Unter Schutz gestellt sind vorläufig das markante Doppelstrebengerüst in Form eines A inklusive Seilscheiben und Führungsgerüst über dem Schacht, die Schachthalle mitsamt Fördereinrichtungen sowie das Fördermaschinengebäude mit der Flurfördermaschine und dem Maschinenführerstand.

Jetzt wird die RAG Montan Immobilien angehört

Die Eintragung in die Denkmalliste und damit die endgültige Entscheidung über die Denkmaleigenschaft wird im Kulturausschuss der Stadt Haltern getroffen. Zunächst werde die RAG Montan Immobilien als Eigentümer formal angehört. Die RAG hatte bereits gegenüber der Halterner Zeitung betont, dass sie für die Finanzierung eines weiteren Denkmals der Bergbaugeschichte nicht zur Verfügung stehe.

Erst nach Ende des Anhörungsverfahrens wird die Entscheidung in die Politik eingebracht. Damit ist im Herbst zu rechnen. Danach gilt es auch zu prüfen, inwiefern sich die Unterschutzstellung mit einer gewerblichen Nutzung vereinbaren lässt.

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Elisabeth Schrief