Halterner Seebad ist bis heute ein Volksstrandbad

Vor 80 Jahren

Vor 80 Jahren wurde das Halterner Seebad eröffnet. 1930 begann die Haltener Seegesellschaft mit dem Bau des großen Volksstrandbades, das bis heute nichts von seiner Beliebtheit verloren hat.

HALTERN

von Von Rudolf Marwitz

, 13.05.2011, 08:34 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Halterner Seebad nach seiner Eröffnung im Jahr 1931: Die Menschen strömten in Massen dorthin.

Das Halterner Seebad nach seiner Eröffnung im Jahr 1931: Die Menschen strömten in Massen dorthin.

An der Spitze einer Delegation von Presseleuten aus dem Industriegebiet und des Münsterlandes eine Woche vor der Eröffnung fand der Herausgeber der Heimatzeitung Wilhelm Aymanns bei der Besichtigung lobende Worte: „Die hier geschaffene mustergültige Badeanlage am Strande des großen Sees, umgeben von einer überaus lieblichen, kulissenartig gestalteten Waldlandschaft findet im deutschen Vaterlande kaum ihresgleichen. Sie dürfte vorbildlich sein für künftige Strandbäder Deutschlands.“

Getreu ihrem gemeinnützigen Charakter hatte die Seegesellschaft die Eintrittspreise niedrig angesetzt. Erwachsene zahlten 30 Pfg., Kinder 15 Pfg. und Erwerbslose 10 Pfg. Eine wahre Völkerwanderung bewegte sich sonntags morgens und abends über die Hullerner Straße. Doch ein Volksbad mit 10 000 Menschen auf engstem Raum fand nicht die uneingeschränkte Zustimmung in der Gesellschaft. Bürgermeister Altemühle schrieb an die Regierung in Münster: „Nur im Interesse der Volkswohlfahrt hat die Stadt Haltern ihre Bedenken gegen den Bau des Seebades zurückgestellt.“ Die katholische Kirche sorgte sich um die Sittlichkeit und beklagte das „Überhandnehmen gewisser Badeunsitten. Sie mahnte die Volksvertreter, darauf zu achten, „daß endlich wieder bei jeder Art von öffentlichem Baden die Trennung der Geschlechter durchgeführt werde und in den so genannten Freilicht- Luftbädern wieder allenthalben anständige Badekleidung getragen werde.“ Laut Erlass des preußischen Innenministers war es bei Strafe von 150 RM verboten, öffentliche Gaststätten wie die Seeterrassen mit einem Badeanzug zu betreten.

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