Halterner seit sechs Wochen ohne Internet

Ärger über Telekom

Kurt Nobis hat seit Ende September keinen Internetempfang - und am Kundenservice der Deutschen Telekom lässt er inzwischen kein gutes Haar. "Wir schicken Ihnen eine E-Mail zu Ihrem Problem", bekam er dort unter anderem zu hören. E-Mail-Empfang ohne Internet ist aber ziemlich schwierig. Auch sonst ist ziemlich haarsträubend, was er mit dem Kundenservice erlebt hat.

HULLERN

, 09.11.2016, 17:33 Uhr / Lesedauer: 1 min
Halterner seit sechs Wochen ohne Internet

„Sie sind nicht verbunden“, meldet der Computer. Kurt Nobis braucht das Internet unter anderem für Bankgeschäfte, hat aber seit etwa sechs Wochen keinen Empfang.

Seit etwa sechs Wochen tut sich gar nichts mehr. Für jede Bank-Überweisung, die er sonst von zu Hause online tätigt, muss Nobis seitdem Nachbarn fragen. Erst wurde dem 65-Jährigen von der Telekom gesagt, es gebe ein Problem mit seinem Router, also wurde ihm ein neuer zugeschickt. Das half aber nicht.

"Dann hieß es, am nächsten Tag solle ein Spezialist anrufen", sagt Nobis: "Aber es rief natürlich nie jemand an." So ging das "bestimmt fünfmal", schätzt Nobis, Rückrufe wurden versprochen, Technikerbesuche wurden versprochen. Passiert sei nie etwas.

Techniker entdeckte Feuchtigkeit

Nach etwa vier Wochen sei dann tatsächlich ein Techniker zur Straße An der Stever gekommen. Am Haus konnte der nichts feststellen, am Verteilerkasten habe er Feuchtigkeit gefunden, daran sollte ein Bautrupp arbeiten. "Freitag war der Techniker da, spätestens Dienstag sollte das erledigt sein", so Nobis: "Mittwoch war immer noch keiner da."

Andere bestellte Techniker gaben an, der Kunde sei vor Ort nicht angetroffen worden. Kurt Nobis sagt: "Ich oder meine Frau waren zum abgemachten Termin die ganze Zeit zu Hause. Es hat keiner geklingelt oder angerufen." Das Telefon funktioniert nämlich übrigens einwandfrei.

Telekom: "Netz überlastet"

Die Deutsche Telekom gibt sich auf die Anfrage unserer Redaktion kleinlaut. Das Netz, das das Ehepaar nutzt, sei überlastet. Die Nachbarn haben nach Auskunft des Rentners aber keine Probleme. "Für die Zeit bis zur Fertigstellung der Modernisierung suchen meine Kollegen nun mit dem Kunden nach einer Übergangslösung", heißt es knapp von einem Telekom-Sprecher. Einzelheiten zum bisherigen Verlauf könne er nicht nachvollziehen.

Kurt Nobis ärgert sich vor allem über frustrierte und demotivierte Hotline-Mitarbeiter bei Europas größter Telekommunikationsfirma. Nach 20 Minuten in der Warteschleife sei einmal einfach aufgelegt worden. "Von einem wurde mir sogar gesagt, dass die Privatkunden doch niemanden im Unternehmen interessieren. Das Geld werde mit Großkunden verdient." Nobis selbst war Bankkaufmann: "Wenn wir uns so benommen hätten, hätten wir keine Kunden mehr."

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