Halterner sitzt auf Nordsee-Fähre fest

Gestrandet

Gestrandet ist am Dienstag der Halterner Michael Benthaus. Nicht nur sprichwörtlich: Er gehört nämlich zu den rund 650 Passagieren, die mit der Fähre „Frisia II“ von Juist nach Norddeich übersetzen wollten – stattdessen aber auf Sand auffuhren und mehrere Stunden auf dem Schiff feststeckten.

HALTERN

, 05.01.2016, 18:19 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Haltener nahm sich am Dienstag kurz Zeit, um der Redaktion auf Anfrage telefonisch von seiner Urlaubsreise zu berichten. Oder eher von seiner Odyssee. Schon auf der Hinreise war nämlich nicht alles nach Plan verlaufen.

Also von vorne: Die Hinfahrt in den Kurzurlaub begann für Michael Benthaus im Zug nach Norddeich. Von dort aus setzen Schiffe zu den Nordseeinseln Juist und Norderney über. Weil in Münster aber ein Triebwagen des Zuges kaputt ging, saß der Halterner zunächst einmal in Münster fest und musste dann in einen anderen Zug umsteigen.

Große Verzögerung

Als er mit großer Verzögerung in Norddeich ankam, war die Fähre natürlich schon weg. „Und es fährt nur eine einzige Fähre“, erzählte Michael Benthaus im Gespräch mit der Redaktion. Nach Juist – dem Ziel seines Urlaubs – kam er trotzdem noch, wie er mit einem Lächeln in der Stimme erzählt. Und zwar mit dem Flugzeug.

„Das ist schon ein Erlebnis“, sagte Michael Benthaus am Dienstag in Erinnerung daran. Von Norddeich aus gibt es alternativ zu den Fähren auch Flugverkehr. In einer kleinen Maschine für acht Personen, so Michael Benthaus, über das Meer zu fliegen, sei schon eindrucksvoll.

Mit dem Flugzeug zur Insel

Sonntag hätte es für Michael Benthaus und seine Freundin, der er nach Juist nachgereist war, dann eigentlich nach Hause gehen sollen. Tja: Wegen starker Stürme und Eisregen konnten da aber keine Fähren fahren, auch Flugzeuge starteten nicht.

Erst am Dienstag, nachdem Michael Benthaus sozusagen zwei Tage „Zwangsurlaub“, wie er mit viel Humor in der Stimme sagte, nehmen musste, fuhr endlich wieder eine Fähre. Nur leider auch das nicht ohne Umweg. In Höhe des Juister Flughafens lief sie auf Sand: Die 650 Passagiere und die Besatzungsmitglieder warteten bis zum Abend auf das nächste Hochwasser, damit es weitergehen konnte.

Starker Ostwind

Wegen des starken Ostwindes war der Wasserstand in der Fahrrinne der Fähre gestern wohl niedriger als unter normalen Umständen. „Die Stimmung an Bord ist den Umständen entsprechend gut“, erzählte Michael Benthaus gestern Mittag. „Das ist ja höhere Gewalt, da kann ja keiner etwas für.“ Außerdem lobt er die Informationspolitik der Reederei Norden-Firsia. Im Gegensatz zu der der Deutschen Bahn auf dem Hinweg sei die wirklich „klasse“.

Wenn alles nach Plan verlaufen ist, konnte Michael Benthaus am Abend noch ins in Norddeich geparkte Auto steigen und nach Haltern zurückkommen. „Wenn das Auto auch anspringt“, witzelte er am Mittag.  

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