Halterner solidarisierten sich gegen Gewalt

Marsch durch die Innenstadt

Mit einem Solidaritätsmarsch durch die Innenstadt zeigten über 200 Halterner am Freitagabend, dass sie bereit sind, den vor Krieg und Bedrohung geflüchteten Menschen zu helfen. "Wir stehen vor großen Herausforderungen, aber auch unsere Kräfte sind groß", sagte Pfarrerin Regine Vogtmann als Sprecherin des Asylkreises.

HALTERN

, 06.11.2015, 19:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Von der Muttergottesstiege zogen die Teilnehmer der Veranstaltung, zu dem das „Bündnis gegen Gewalt und Rechtsextremismus, für Toleranz und Demokratie“ aufgerufen hatte, über die Rekumer Straße zum Alten Markt. 

„Niemand in unserer Stadt fürchtet eine Überfremdung durch ankommende Flüchtlinge. Deshalb bin ich stolz, hier Bürgermeister zu sein“, sagte dort Bodo Klimpel. Er lobte die vielen Haupt- und Ehrenamtlichen. „Sie sorgen ganz entscheidend mit dafür, dass wir als Stadt diese Hilfeleistungen für die ankommenden Menschen überhaupt schaffen können.“ Eine Entlastung könne er angesichts der aktuellen Nachrichten nicht versprechen. Deshalb bat er, das tolle Engagement weiter aufrecht zu erhalten.

Weiter Flagge zeigen

Bürgermeister Klimpel bat die Halterner auch, weiter Flagge für Toleranz zu zeigen. „Platz für rechtsradikales Gedankengut und Handeln haben wir hier nicht!“, sagte er unter Applaus der Umstehenden. Gerade den Deutschen sollte klar sein, dass Hass noch nie ein guter Ratgeber gewesen sei.

Pfarrerin Regine Vogtmann, Sprecherin des Asylkreises, erinnerte an die Flüchtlinge, die 1945 aus den Ostgebieten in ein Land kamen, das in vielerlei Hinsicht am Boden lag. „Es ist gelungen, dass all diese Menschen heimisch geworden sind und mit ihrer Kraft zum Aufbau beigetragen haben.“ Wie könnten die Deutschen angesichts dieser Geschichte ernsthaft sagen: Wir schaffen es nicht? „Unsere Kräfte sind auch in finanzieller Hinsicht groß. Das Geld muss nur an die richtigen Stellen kommen.“ Im Buch Mose heiße es: "Der Fremde soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer; und du sollst ihn lieben wie dich selbst." Es wäre schön, so Vogtmann, wenn den Halternern das gelänge.

Gegen braune Hetzer

Heike Brüggemann, Sprecherin des Bündnisses, appellierte ebenfalls an die Herzen der Halterner. „Die Not leidenden Menschen brauchen unsere Hilfe.“ Die Neider auf diese Fürsorge müsse man aufklären. „Wir dürfen nicht zulassen, dass braune Hetzer wieder Macht gewinnen.“

Das Kreuz von Lampedusa, gezimmert aus Überresten von Flüchtlingsbooten, lehnte als „Stimme der Flüchtlinge“ an der Rathaus-Wand. David Schütz (Asylkreis) erklärte dazu: „Das Kreuz steht für Hoffnungen und Wünsche der Menschen. Es steht dafür, dass wir bereit sind, unseren Reichtum mit ihnen zu teilen.“ Bei aller Anstrengung, die das bedeute, merkten die Ehrenamtlichen an allen Orten, dass geteilte Lebensfreude und Menschlichkeit allen gut tue.

Lesen Sie jetzt