Halterner St.-Sixtus-Hospital schließt ab Samstag eine unrentable Station

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Nach der Schließung der Geburtshilfe-Abteilung im vergangenen Jahr steht im Sixtus-Hospital eine weitere Station vor dem Aus. Geschäftsführer Andreas Hauke informierte über die Pläne.

Haltern

, 18.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Es ging nicht mehr anders“, sagt Andreas Hauke, Geschäftsführer der Katholischen Klinikum Ruhrgebiet Nord GmbH (KKRN), zu dem auch das Halterner Sixtus-Hospital zählt.

Nach der Schließung der Geburtshilfestation in Haltern im vergangenen Jahr habe die Geschäftsführung gehofft, den andauernden Personalmangel in der gynäkologischen Abteilung wieder auffangen zu können. Dies sei aber nicht gelungen. Mit dem Weggang von Chefarzt Dr. Stefan Wilhelms, der wie berichtet zum 1. August zum St.-Marien-Krankenhaus nach Ahaus wechselt, entstehe endgültig eine Lücke, die nicht mehr zu schließen sei. „Trotz aller Versuche können wir die Abteilung auf Dauer nicht mehr aufrechterhalten“, so Hauke.

Patientenzahlen sanken stetig

Am heutigen Freitag wird die Arbeit auf der Gynäkologie-Station ein letztes Mal aufgenommen. Schon ab dem morgigen Samstag dann ist die Abteilung geschlossen. „Die Schließung der Gynäkologie ist leider unumgänglich“, betont Andreas Hauke auf Anfrage. Denn auch aufgrund der stetig sinkenden Patientenzahlen in diesem Bereich sei die Geschäftsführung gezwungen, nun diese Konsequenzen zu ziehen.

Halterner St.-Sixtus-Hospital schließt ab Samstag eine unrentable Station

KKRN-Geschäftsführer Andreas Hauke informierte über die Pläne für das Sixtus-Hospital. © Jürgen Wolter

Zuletzt habe es Tage gegeben, „an denen wir keine stationären Patientinnen zu versorgen hatten, aber dennoch das erforderliche Personal vorhalten mussten“, berichtet Hauke unumwunden. Im Schnitt seien pro Woche zwei bis drei Patientinnen zu verzeichnen gewesen. „Das ist auf Dauer keine zufriedenstellende Situation. Weder aus Sicht der Mitarbeiter, noch aus wirtschaftlicher Sicht.“

Ambulante Angebote bleiben bestehen

Weil das Sixtus-Hospital Ansprechpartner für die Halterner Patientinnen bleiben will, sind auch weiterhin dienstags und mittwochs ambulante Angebote zur Frauenheilkunde im Sixtus-Krankenhaus geplant (die genauen Zeiten werden noch bekanntgegeben). Für sämtliche operativen gynäkologischen Eingriffe allerdings ist ab sofort innerhalb der KKRN GmbH das Dorstener Krankenhaus zuständig. Dort führt Chefärztin Dr. Simone Sowa das gynäkologische Team. Sie wird ebenfalls die Leitung des Brustzentrums übernehmen.

Verbleibende Abteilungen haben sich positiv entwickelt

Trotz dieser negativen Entwicklung sieht KKRN-Geschäftsführer Andreas Hauke das Sixtus-Hospital aber insgesamt sehr gut aufgestellt. Es bestehe kein Grund zur Sorge, sagt er. „Entgegen der Entwicklungen im Bereich der Gynäkologie und Geburtshilfe haben sich die anderen Kliniken des Sixtus-Hospitals in den letzten Jahren positiv entwickelt“, betont er. Im 1. Halbjahr 2019 seien gegenüber dem Vorjahr etwa 150 stationäre Patienten mehr behandelt worden. „Wir sind mit der Neuausrichtung des Halterner Krankenhauses auf dem richtigen Weg“, so der KKRN-Geschäftsführer.

„Bemerkenswerte Akzeptanzsteigerung“

Stark wachsen würden unter anderem die Chirurgie unter der Leitung von Dr. Peter Harding, die Pneumologie mit dem neuen Weaningbereich (Dr. Lars Heining), die Innere Medizin (Dr. Martin Presch) und die Kardiologie (Dr. Ramon Martinez). „Alle Fachabteilungen verzeichnen - bis auf die Klinik für Gynäkologie - eine bemerkenswerte Akzeptanzsteigerung im stationären Bereich.“

Sämtliche Mitarbeiter der gynäkologischen Abteilung sollen übrigens ihren Arbeitsplatz behalten. Andreas Hauke dazu: „Es werden keine Stellen gestrichen.“

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