Halterner starten in ein neues Leben

Lina-Genossenschaftshaus

Am 7. August 2013 wurde die Wohnungsgenossenschaft Lina aus der Taufe gehoben. 19 neue Wohnungen entstanden am Hennewiger Weg. Nun haben die ersten Halterner ihre neuen vier Wände bezogen. Dafür gaben die neuen Bewohner allerdings einiges auf und müssen vor allem auf viel Platz verzichten.

HALTERN

, 23.12.2016 / Lesedauer: 3 min

 

Lambert und Elisabeth Kleine Stegemann sowie Witold und Renate Glembotzki haben ihrem Leben noch einmal eine neue Richtung gegeben. Sie verkauften ihr Haus beziehungsweise ihre Eigentumswohnung und zogen noch vor Weihnachten in das erste Halterner Genossenschaftshaus ein. „Lina“ – Leben in Nachbarschaft – ist ein Projekt, das sie von Beginn an begleitet haben.

„Etwas Besseres konnte uns nicht passieren“, strahlt Renate Glembotzki. Sie und ihr Mann sind sehr froh über den Umzug von Lippramsdorf nach Haltern an den Hennewiger Weg. Dafür haben sie ihren Hausstand ordentlich reduzieren müssen. Statt auf bisher 104 Quadratmetern wohnen sie jetzt auf 62 Quadratmetern: Schlafzimmer, Wohn- und Esszimmer mit offener Küche, Bad und Abstellraum plus Balkon.

Schick und stilsicher

Das Einrichten mit dem Wesentlichen ist ihnen nicht schwer gefallen. Schick und stilsicher schufen sie sich einen Ort der Geborgenheit. „Ich habe mich in unserem neuen Domizil sofort zu Hause gefühlt“, sagt die 78-Jährige. Ihrem Mann (80) geht es genauso. Die Auflösung der Lippramsdorfer Wohnung und der Umzug waren anstrengend, aber inzwischen ist abgesehen von dem ganzen Drumherum – weil das Lina-Haus noch nicht komplett fertig ist – Ruhe eingekehrt.  

36 Jahre hat das Ehepaar in Lippramsdorf gewohnt. Renate und Witold Glembotzki hatten nette Nachbarn und schöne Jahre, die sie nicht missen möchten. Aber im Alter wollten sie mitten in der Stadt sein, Menschen um sich haben, wenn ihnen danach ist. Besonders Renate Glembotzki.  Sie war bis zum Eintritt in die Rente Einkäuferin in der Textilbranche und an eine quirlige Umgebung gewöhnt. Ehemann Witold, früher im Bergbau und dann im Wasserwerk des Chemieparks tätig,  vermisst zwar seinen Garten, aber rund um das Lina-Haus gibt es bald genug Beete, um die er sich kümmern kann, wenn er möchte. „Wir sind einfach glücklich“, wer sie in ihrem schmucken Wohnzimmer in trauter Zweisamkeit sieht, hegt keinen Zweifel daran.

Zwei Türen weiter wohnen Lambert und Elisabeth Kleine Stegemann. Sie haben ihr 120 Quadratmeter großes Haus mit Garten verkauft und sich für eine 85 Quadratmeter große Genossenschaftswohnung entschieden. „Schon mit 50 haben wir uns Gedanken gemacht, wie und wo wir im Alter wohnen und leben wollen“, erzählt Elisabeth Kleine Stegemann (66). Sie und ihr Mann schlossen sich nach Bekanntwerden des Genossenschaftsprojektes dem Verein und dann der Genossenschaft Lina an. „Unsere Söhne wohnen in Hamburg und in der Nähe von Soltau, haben dort jetzt ihre Heimat und werden deshalb nicht wieder nach Lippramsdorf zurückkehren“, beschreibt Elisabeth Kleine Stegemann die Ausgangssituation.

"Ein gutes Gefühl"

In der neuen Wohnung fühlen sich Kleine Stegemanns richtig wohl. „Wir Bewohner kennen uns lange und wissen, in welcher Gemeinschaft wir hier leben werden, das gibt uns ein gutes Gefühl“, Lambert Kleine Stegemann ist überzeugt davon, den richtigen Schritt getan zu haben.

36 Jahre hatte das Ehepaar eine gemeinsame Heimat in Lippramsdorf. Größtes Anliegen war, auch mit Rücksicht auf eine angeschlagene Gesundheit, weniger Arbeit zu haben. Ein Haus vom Keller bis zum Dach in Ordnung zu halten und den Garten zu pflegen, war ihnen zuletzt zu viel. „Natürlich lassen wir gute Erinnerungen zurück. Es war schön, aber im Alter ist es das eben nicht mehr“, sieht Elisabeth Kleine Stegemann, die seit Jahren erfolgreich malt, das ganz realistisch. Die Söhne haben die Entscheidung sehr unterstützt.

Auch Elisabeth und Lambert Kleine Stegemann, früher Kommunikations-Kauffrau beziehungsweise Isoliermeister im Chemiepark, mussten ihren Hausstand sortieren. „Das ist eine Befreiung, das Horten bindet nur unnötige Energie“, lacht Elisabeth Kleine Stegemann. Über Lina sagt ihr Mann Lambert: „Das ist ein einzigartiges, ich glaube sogar, wegweisendes Projekt. Es wird Nachahmer finden.“ 

2010 gründete sich der Verein Lina (Leben in Nachbarschaft), um ein seniorengerechtes, barrierefreies und energieeffizientes Wohnprojekt zu realisieren. Zwecks Verwirklichung wurde am 7. August 2013 die Wohnungsgenossenschaft Lina aus der Taufe gehoben. Im Juli 2016 war Richtfest auf dem ehemals 1950 Quadratmeter großen, städtischen Grundstück am Hennewiger Weg. Entstanden ist ein Genossenschaftshaus mit 19, über Laubengänge verbundene Wohnungen für Menschen ab 60.
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