Halterner Stauseepegel erreicht erneut Tiefststand

rnWasserentwicklung

Im dritten Jahr in Serie ist es in Haltern am See zu trocken. Darunter leiden der Halterner und der Hullerner Stausee sowie die Segelclubs in Haltern.

Haltern

, 10.11.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) Essen teilte mit, dass es im bisherigen Jahr in Haltern deutlich zu wenig Niederschläge gab. Unter dem ausbleibenden Regen leiden auch die Halterner Stauseen. Bereits im vergangenen Jahr waren die Bilder im Sommer zum Teil erschreckend, als die Pegelstände des Halterner Stausees und Hullerner Sees dramatisch gesunken waren. In diesem Jahr habe es einen ähnlichen Verlauf gegeben, teilte Heidrun Becker, Pressesprecherin von Gelsenwasser, mit.

  • Im Jahr 2020 sind von Januar bis Oktober im zu Haltern nächstgelegenen Messgebiet in Dorsten-Lembeck rund 573 Liter pro Quadratmeter Niederschläge gefallen. Der Normalwert lag in Bezug auf die Jahre 1981 bis 2010 bei durchschnittlich 718 l/m² für die ersten zehn Monate. Zum Normalwert fehlen im Jahr 2020 also 145 l/m².
  • Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren es im gleichen Zeitraum mit rund 553 l/m² etwa 20 l/m² weniger. Im gesamten Jahr 2019 summierte sich der Niederschlag auf 721 l/m², während es im Trockenjahr 2018 nur 563 l/m²waren.
  • „Nach einem eher trockenen Januar, einem sehr nassen Februar und einer nassen ersten Märzhäfte war es den restlichen März, sowie im April und Mai sehr trocken. Auch der klimatologische Sommer (Juni, Juli und August) war deutlich zu trocken, während September und Oktober 2020 wieder (fast) durchschnittliche Niederschlagsmengen aufwiesen“, teilte der DWD Essen mit.

Seinen vorläufigen Tiefststand erreichte der Halterner Stausee in diesem Jahr erst sehr spät. Am 28. Oktober umfassten Nord- und Südbecken des Halterner Stausees zusammen 36 Millionen Kubikmeter Wasser. Das entsprach gerade einmal einer Füllung von 57 Prozent. Inzwischen ist der Pegelstand weiter gesunken. Im Hullerner See sind es aktuell 54 Prozent, im Nordbecken des Stausees nur noch 55 Prozent. Das Südbecken am Wasserwerk hält die Gelsenwasser AG immer auf einem Füllstand von etwa 100 Prozent.

Zwei Gründe für den späten Tiefststand

Die niedrigen Wasserstände haben zwei Ursachen. Zum einen habe es gegen Ende des Sommers eine zweite warme Phase in diesem Jahr gegeben, so die Sprecherin. Und auf der anderen Seite habe es dann eine Starkregensituation gegeben, die dazu geführt hat, dass relativ schnell viel Wasser aus der Stever in den Hullerner See und Halterner Stausee floss.

Der Sauerstoffgehalt im Wasser war dadurch zu niedrig. Deshalb wurde das Wasser nicht weiter vom Hullerner See in das Nordbecken des Stausees weitergeleitet. Dadurch ist der Wasserpegelstand auch noch im Oktober abgesunken. Und er sinkt noch weiter. „Da wir weiterhin noch kein Wasser vom Hullerner in den Halterner Stausee weiterleiten, ist das Nordbecken ziemlich jetzt leer“, so Heidrun Becker.

Wasser wurde aus dem Kanal entnommen, um die Seen zu stützen

Im Sommer habe es so wenige Niederschläge gegeben, dass Kanalwasser bei Senden entnommen und in die Stever umgeleitet wurde, um vor allem den Hullerner See zu stützen, erklärt die Sprecherin. Das passierte auch bereits in den vergangenen Jahren. Wenn es so trocken wie in den vergangenen Jahren sei, müsse diese Möglichkeit genutzt werden.

Probleme gab es außerdem für die Halterner Segelclubs. Pia Ellerbrock, stellvertretende Vorsitzende des Segelclub Prinzensteg, sagte, dass der Wasserpegel im Jahr 2020 vor allem zum Ende der Segelsaison auf einem niedrigen Niveau sei. Einschränkungen beim Freizeit-Segeln und den Regatten hätte es nicht gegeben. Dafür aber in anderen Bereichen.

Aus dem Mühlenbach fließt kaum, noch Wasser in den Stausee.

Aus dem Mühlenbach fließt kaum, noch Wasser in den Stausee. © Pascal Albert

Da die Kranbox am Roten Platz zurzeit trocken liegt und nicht genutzt werden kann, konnten die Schiffe der am See beheimateten Clubs nicht ausgekrant werden. Das funktionierte nur, „dank der Unterstützung der Gelsenwasser AG“, teilte Pia Ellerbrock mit. Sie hat den Segelclubs die Möglichkeit gegeben, über einen Autokran auf dem Betriebsgelände die Schiffe auszukranen. „Dazu werden die Schiffe mit Hilfe der DLRG über den See geschleppt und dann mit dem Autokran herausgehoben“, so Ellerbrock.

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