Halterner Taxifahrer haben große Nachwuchsprobleme

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Die Halterner Taxiunternehmen haben bereits seit Jahren starke Nachwuchsprobleme. Taxifahren ist kein leichtes Geschäft. Dafür gibt es einige Gründe.

Haltern

, 09.05.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Menschen von A nach B fahren, wenn sie selbst nicht fahren können oder wollen. Egal zu welcher Uhrzeit, egal ob Feiertag ist oder nicht. Das ist der Job eines Taxifahrers. Dass sich jemand für den Beruf entscheidet, wird auch in Haltern immer seltener.

„Das ist schon seit Jahren ein Problem", berichtet Andreas Pieper vom Taxiunternehmen Pieper. Auf seiner Homepage hat er die Rubrik „Mitarbeiter gesucht" eingerichtet. Zudem sucht er über diverse andere Bereiche nach neuen Kräften. „So ganz viel hilft das aber nicht", berichtet der Halterner.

Ortskenntnisprüfung ist schwieriger geworden

Über den Grund für das mangelnde Interesse kann auch Pieper nur spekulieren: „Ich weiß nicht, woran das liegt. Vielleicht hängt es mit der Ortskenntnisprüfung zusammen." Diese sei in den vergangenen Jahren deutlich schwerer geworden, berichtet der Halterner.

Vor einigen Jahren noch mussten sich angehende Taxifahrer zum Erlangen des Personenbeförderungsscheins lediglich mit dem Ort auskennen, in dem ihr Arbeitgeber seinen Sitz hat. Seit 2013 ist die Prüfung allerdings in zwei Teile aufgeteilt. Neben den bekannten Fragen zum Arbeitsort werden Stadtteile aller zehn Städte des Kreises Recklinghausen abgefragt. Egal, ob man im Arbeitsalltag mit den Städten in Verbindung kommt oder nicht.

Uber stellt in Haltern kein Problem dar

Die Online-Fahrdienste wie beispielsweise Uber sieht Andreas Pieper in Haltern nicht allzu problematisch. Das US-amerikanische Unternehmen bietet bereits in vielen Städten online Vermittlungsdienste zur Personenbeförderung an. Während der Dienst sich in anderen Ländern bereits großer Beliebtheit erfreut, ist er in Deutschland hoch umstritten und bereits mehrfach gerichtlich verboten worden. In Haltern ist das Unternehmen bisher nicht aktiv.

Viele Taxifahrer hatten bundesweit am 10. April gegen Uber und Co. gestreikt. Unter anderem auch in Düsseldorf hatten die Fahrer ihrem Unmut über geplante Gesetzesänderungen zur Liberalisierung des Fahrdienstmarktes Luft gemacht. Für die Halterner ist das zwar ein Thema, bereitet aber eher weniger Sorgen, so Pieper: „Natürlich sprechen wir darüber. Aber ich denke, solche internationalen Unternehmen werden sich auf die Großstädte konzentrieren." Eine Stadt wie Haltern werde nicht unbedingt lukrativ sein, so der Taxiunternehmer.

Taxiunternehmen haben Schwierigkeiten mit dem Mindestlohngesetz

Petra Lawniczek, Geschäftsführerin von Taxi Ramczykowski, hat ebenfalls Schwierigkeiten bei der Personalsuche. Sie sieht unter anderem den Mindestlohn, der auch in der Taxibranche gilt, als Problem: „Wir können unsere Preise nicht entsprechend anpassen, da diese vom Kreis vorgegeben werden." Wenn der Lohn um einen Euro steige, habe ein Taxi-Unternehmen ein Problem.

Thomas Grätz, Geschäftsführer vom Bundesverband Taxi und Mietwagen, bestätigt, dass das Mindestlohngesetz problematisch für die Taxibranche sei. „Taxiunternehmen haben eine Betriebspflicht - sie müssen ständig zur Verfügung stehen. Wenn dann nachts jedoch kaum Aufträge reinkommen, man aber trotzdem Betriebskosten hat, lohnt sich das überhaupt nicht“, erklärt er.

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