Halterner Verfahren zur Asbestsanierung wird erneut ausgezeichnet

Gesunde Arbeitsplätze

Der Halterner Glasermeister Hermann Fimpeler hat ein Verfahren zur Asbestsanierung von Fensterkitt entwickelt, das inzwischen europaweite Anerkennung gefunden hat.

Haltern

, 27.01.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Halterner Verfahren zur Asbestsanierung wird erneut ausgezeichnet

Hermann Fimpeler (l.) nahm in Bilbao die Auszeichnung entgegen. © Fernando Aramburu

Der Bundesinnungsverband des Glaserhandwerks ist in Bilbao (Spanien) mit dem „Good Practice Award“ mit dem Schwerpunkt „Gesunde Arbeitsplätze“ ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung wurde erteilt für ein Verfahren zum Ausbau von asbesthaltigem Fensterkitt, an dessen Entwicklung der Halterner Glasermeister und Landesinnungsmeister Hermann Fimpeler maßgeblich beteiligt war.

Fimpeler hatte sein Verfahren unter anderem bei der Sanierung der Fenster der Grundschule Sythen getestet. Es setzt bei der Entsorgung alter Fenster auf eine Vereinfachung: Die Materialen werden nicht mehr mit Maschinen bearbeitet, was zu hoher Staubentwicklung führt, sondern in Handarbeit und in einem feuchten Klima entfernt. „Dadurch kann es gelingen, die Belastung für unsere Arbeitnehmer mit Asbestfasern auf einem Niveau von etwa 2500 Fasern pro Kubikmeter Luft zu halten, um ein emissionsarmes Verfahren nach der technischen Richtlinie Gefahrstoffe zu ermöglichen“, so Fimpeler. „Der Grenzwert liegt bei 10.000 Fasern. Bei den bisherigen Verfahren sind die Mitarbeiter aber zeitweise Belastungen von über 100.000 Fasern ausgesetzt.“

Verfahren ist inzwischen Teil der Weiterbildung

Die Auszeichnung in Bilbao wurde von der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz vergeben. Zuvor war das Verfahren schon mit dem Deutschen Gefahrstoffschutzpreis 2018 ausgezeichnet worden. Das Verfahren ist inzwischen Bestandteil des Asbestsachkundelehrgangs, den der Bundesinnungsverband und seine Landesverbände zum Erwerb des sogenannten „Kleinen Asbestscheins“ für Innungsmitglieder anbietet. „Seit August 2018 haben sich rund 150 Teilnehmer auf diesen Asbestlehrgängen weitergebildet“, so Hermann Fimpeler.

Für seine Verdienste um das Glaserhandwerk wurde Hermann Fimpeler außerdem auf der letzten Mitgliederversammlung des Glaserinnungsverbandes NRW mit dem Handwerkszeichen mit vergoldetem Mittelfeld des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks ausgezeichnet.

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