Halterner Zahnarzt erlebt die Sonnenfinsternis im Flugzeug

Himmelsereignis

Vom Dach seines Halterner Hauses hat Dr. Wolfgang Strickling die beste Sicht auf den Sternenhimmel. Hier hat er sein Teleskop aufgebaut, mit dem er seit vielen Jahren astronomischen Beobachtungen macht. Die Sonnenfinsternis am kommenden Freitag wird er aber noch unmittelbarer erleben.

HALTERN

, 16.03.2015, 16:17 Uhr / Lesedauer: 1 min
Über den Dächern von Haltern hat Dr. Wolfgang Strickling sein Teleskop aufgebaut und schon manche partielle Sonnenfinsternis beobachtet und  fotografiert.

Über den Dächern von Haltern hat Dr. Wolfgang Strickling sein Teleskop aufgebaut und schon manche partielle Sonnenfinsternis beobachtet und fotografiert.

„In Haltern wird ja nur eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen sein“, sagt der Zahnarzt und Hobby-Astronom. „82 Prozent der Sonnenfläche werden vom Mondschatten verdeckt. Im Nordatlantik dagegen kann man eine totale Sonnenfinsternis beobachten“.

Und die möchte Strickling diesmal direkt erleben. Die letzte war 1999 in Deutschland zu sehen. Am Freitag besteigt er zusammen mit einer Reisegruppe, die er betreut, einen Flieger in Zürich und reist in die Dunkelheit des Mondschattens. „Die totale Sonnenfinsternis ist vom Boden aus auf den Färöer Inseln oder Spitzbergen zu sehen. Die Totalitätszone reicht von dort aus bis zum Nordpol.

Längere Beobachtungszeit

Da das Flugzeug der Bewegung des Mondschattens folgt, verlängert sich die Beobachtungszeit von zwei auf insgesamt drei Minuten“, so Strickling. „Im Flugzeug sind nur zwei Sitzreihen belegt, die Mitreisenden müssen genau nach 90 Sekunden die Plätze tauschen, damit alle einmal die Aussicht direkt vom Fenster genießen können. Das müssen wir natürlich vorher trainieren, damit es schnell geht.“

Rund eineinhalb Tausend Euro kostet der Flug für die Finsternis-Touristen. „Es gibt Spezial-Reiseveranstalter, die solche Touren anbieten“, sagt Dr. Wolfgang Strickling. „Ich bin von einem dieser Veranstalter gefragt worden, ob ich die Begleitung der Gruppe übernehmen würde.“

Erstes Teleskop aus Brillengläsern

Schon seit der Schulzeit interessiert sich Dr. Wolfgang Strickling für Astronomie, baute als Schüler aus Brillengläsern sein erstes Teleskop selbst. Auch die Teleskope auf dem Dach seines Haus hat er weitgehend selbst gefertigt. „Die Beobachtungsstation habe ich bereits beim Kauf des Hauses vor 20 Jahren eingeplant“, sagt er. Beruflich hat er sich trotz seiner Leidenschaft nicht für die Astronomie entschieden.

„Leider musste ich feststellen, dass die Beschäftigungsmöglichkeiten dort sehr begrenzt sind“. Im Flugzeug wird der Halterner Zahnarzt voraussichtlich zwei Fotokameras installieren, um das Ereignis auch fotografisch zu dokumentieren. Die Kameras steuert er dabei mit einem selbst geschriebenen Programm.  

Die partielle Sonnenfinsternis ist in Haltern am Freitag (20. März) ab 9.31 Uhr zu sehen. Das Maximum wird um 10.39 Uhr erreicht. Um 11.50 Uhr endet das Spektakel bereits wieder.

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