Halternerin ersteigerte Brief von Charles Dickens

Von 1869

Gaby Rettig ist ein großer Charles-Dickens-Fan. Seit ihrem letzten England-Besuch besitzt sie nun auch ein Schreiben, von Charles Dickens persönlich verfasst.

HALTERN

von Von Elisabeth Schrief

, 10.02.2012, 16:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vom 3. bis 10. April logierte der Schriftsteller (und Journalist) während seiner letzten Lesereise im Liverpooler Adelphi Hotel. In dem Brief sagt er kurzfristig die Verabredung mit Miss Bennett ab, weil er sich verpflichtet fühle, sich auszuruhen. Dickens schreibt kurioserweise in der dritten Person: „Mr. Charles Dickens presents his compliments to Miss Fanny Bennett and regrets that he could not have the pleasure of availing himself of the courteous invitation to attend her concert last night. He found himself obliged to remain within doors for rest.“ Der Brief stammt aus einer Privatsammlung, die derzeit bei Jarndyce verkauft wird. Den ersten Zugriff auf Dickens-Bücher, Drucke und Briefe haben Europäer, schon bald wird der Katalog auch in die USA und nach Japan verschickt. „Dann wird alles schnell ausverkauft sein“, schätzt Gaby Rettig die asiatische und amerikanische Sammelleidenschaft ein. Das teuerste Exponat kostet 35.000 Pfund.

Immer, wenn Gaby Rettig in London weilt, besucht sie das kleine Antiquariat. Als sie jetzt etwas von Dickens erwerben konnte, griff sie zu. Nach entsprechender Export-Genehmigung traf der für sie wertvolle Brief passend zum 200. Geburtstag in Haltern ein. „Es ist toll, ihn zu besitzen“, Gaby Rettig liest am liebsten Literatur der viktorianischen Zeit und deshalb auch Dickens. „Charles Dickens war ein guter und genauer Beobachter der englischen Randgruppen, er schrieb wunderbare Porträts.“ Seine Hauptthemen waren die Armut, das Elend und die Einsamkeit in London. Gaby Rettig ist glücklich: „Der Brief ist für mich ein besonderer Schatz.“

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