Die Wildblumenwiese "Sommernachtstraum" im Westuferpark steht bald wieder in voller Blüte. © Jürgen Wolter
Westuferpark

Halterns Blumenwiese im Westuferpark abgemäht – Das ist der Grund

Die Wildblumenwiese im Westuferpark ist abgemäht. Wer sich mit der jahrhundertealten Tradition nicht auskennt, steht trauernd am Wegesrand. Aber Naturschützer wissen, was sie tun.

Jan Visser wohnt am Westuferpark und genießt gern besondere Ausblicke auf das Grün rundum und den Halterner Stausee. Vor einigen Tagen, so erzählt er, schaute er morgens „verliebt“ die Streuobstwiese an: „Ein tolles buntes Bild von einem großen Feld voller wilder Blumen für Insekten und Bienen.“ Mittags war die Pracht dahin: „Das komplette Feld war rasiert.“

Ja, sagt Dr. Markus Holt vom Halterner Natur- und Vogelschutzverein, es wurde tatsächlich gemäht: „Die Blumenwiese ist da, weil wir sie mähen!“ Wenn das nicht geschehen würde, dann gäbe es in gut drei Jahren bestenfalls noch eine wenig ansehnliche Hochstaudenflur mit Grün und Sträucher-Wildwuchs. Dann wären die Blumen Geschichte.

Je nährstoffarmer die Wiese, desto bunter ist sie

„Das Wissen über Blumenwiesen ist leider verloren gegangen“, bedauert der Projektleiter des Natur- und Vogelschutzvereins. Gerne erklärt er, warum es im Westuferpark nun im dritten Jahr so prächtig blüht und warum zweimal im Jahr „rasiert“ werden muss.

Landwirt Daniel Elting mäht die Wiese im Auftrag des Vereins und fährt auch das Schnittgut ab, um ihr tatsächlich alle Nährstoffe zu entziehen. „Denn, je nährstoffarmer die Wiese, desto artenreicher und bunter ist sie“, erklärt Markus Holt jahrhundertealtes Wissen. Sind Wiesen wie beispielsweise die landwirtschaftlich genutzten und mit Gülle gedüngten nährstoffreich, setzen sich schnellwüchsige Gräser durch. Dann sieht der Betrachter keine bunte Vielfalt mehr, sondern nur noch Grün.

Ein schönes Stück Natur ist die Streuobstwiese im Westuferpark. © Daniel Winkelkotte © Daniel Winkelkotte

Die Wildblumenwiese im Westuferpark macht ihrem Namen alle Ehre. Sie stand und steht schon bald wieder in voller Blüte. Dann bietet sie Bienen und Schmetterlingen willkommene Nahrung. Ende August, Anfang September wird sie ein zweites Mal gemäht.

2018 starteten der Natur- und Vogelschutzverein Haltern, die Stadt Haltern und Landwirt Daniel Elting im Westuferpark das Projekt „Halterner Sommernachtstraum“.

Die Pracht bitte nur vom Weg aus betrachten

Das Ziel: Die 10.000 Quadratmeter große Fläche unter den Obstbäumen sollte in eine blühende Wiese verwandelt werden, wie sie früher häufig anzutreffen war und inzwischen sehr selten geworden ist. Hier im Westuferpark konnte Dr. Holt schon 30 verschiedene Blütenpflanzen nachweisen, es werden noch mehr.

Besucher bittet Dr. Holt, sich die Pracht von den Wegen aus anzusehen: „Die Wiese reagiert empfindlich auf Betreten, deshalb können Besucher zum Erfolg beitragen, wenn sie nicht in die Wiese laufen.“

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Redaktion Haltern
Haltern am See ist für mich Heimat. Hier lebe ich gern und hier arbeite ich gern: Als Redakteurin interessieren mich die Menschen mit ihren spannenden Lebensgeschichten sowie ebenso das gesellschaftliche und politische Geschehen, das nicht nur um Haltern kreist, sondern vielfach auch weltwärts gerichtet ist.
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Elisabeth Schrief

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