Halterns Feuerwehr rüstet auf

Zusätzliche Kräfte

Die Bezirksregierung fordert beim Ausrücken zu einem Brandeinsatz eine Mindestzahl von sechs Personen der hauptamtlichen Feuerwehr-Staffel. Diese Zahl könne derzeit aber in Haltern nicht gewährleistet werden, wie im Haupt- und Finanzausschuss verdeutlicht wurde. Daher sollen nun zusätzliche Kräfte die Wache verstärken.

HALTERN

, 28.09.2016, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Halterns Feuerwehr rüstet auf

Foto: Bludau - 25.03.2016 - Haltern am See Für reichlich Aufregung sorgte am Nachmittag des Karfreitages ein größerer Feuerwehreinsatz bei den Anliegern in Haltern Lippramsdorf. Gegen 15.05 Uhr waren die Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr mit dem Stichwort ?Zimmerbrand? in den Halterner Ortsteil entsandt worden. Als die ersten Einsatzkräfte vor Ort eintrafen, stellte sich aber schnell heraus, dass aus bislang unbekannten Gründen nur ein Mülleimer in einem Einfamilienhaus an der Straße Im Schabbing in Brand geraten war. Das Feuer konnte glücklicherweise doch noch vom Hauseigentümer gelöscht werden, bevor es größeren Schaden verursachte. Die Einsatzkräfte brauchten nur noch einmal kontrollieren und für Lüftungsmaßnahmen sorgen. Neben dem Löschzug Lippramsdorf waren auch die hauptamtliche Wache, sowie der Löschzug Wulfen aus Dorsten unterwegs. Die Dorstener Kameraden wurden aufgrund der interkommunalen Zusammenarbeit sofort von der Kreisleitstelle der Feuerwehr mitalarmiert. Zwar brauchten die Wulfener in diesem Fall glücklicherweise nicht tätig werden, aber es hat sich einmal mehr gezeigt, dass auch die Wulfener Feuerwehr zeitnah nach den Lippramsdorfer Kameraden an der Einsatzstelle ist. Im Ernstfall und gerade auch Werktags wird bei einem realen Zimmerbrand jede Einsatzkraft gebraucht. Daher galt bei den Kameraden: Lieber einmal mehr ausrücken, als dass es wirklich zu einem schlimmen Schadensfeuer kommt.

Im Haupt- und Finanzausschuss holte sich die Verwaltung am Dienstag die Zustimmung dafür ein, die Feuer- und Rettungswache mit vier Kräften zu verstärken. Die erforderlichen Ausgaben von 235 000 Euro jährlich aber riefen bei den Fraktionen Bauchschmerzen in unterschiedlicher Stärke hervor.

„Zeitnahe Kostensteuerung“

Am deutlichsten machte Grünen-Chef Michael Zimmermann seine Kritik deutlich. Er zitierte aus einer Verwaltungsvorlage aus dem Jahr 2013, als sich die Stadt vom Service des Deutschen Roten Kreuzes im Halterner Rettungsdienst verabschiedete, um das Angebot in Eigenregie aufrechtzuerhalten. Damals sei von einer „zeitnahen Kostensteuerung“ die Rede gewesen. Zweieinhalb Jahre nach dem Beschluss, sich vom DRK zu verabschieden, ginge es nun um erhebliche Mehrkosten für die Stadt. Michael Zimmermann zweifelte die Begründung für die aktuelle Personalaufstockung an. Wie ein roter Faden ziehe sich durch die Vorlage, dass in der Mehrzahl der Fälle mehr als acht Minuten vergingen, bis die Rettungskräfte an einem Einsatzort eintreffen. Diese sogenannte Hilfsfrist könne in ländlichen Gebieten in NRW durchaus längere Zeiträume umfassen, hatte der Fraktionsvorsitzende der Grünen recherchiert.

Stadt und Feuerwehr argumentierten, dass die Einhaltung der Hilfsfrist keine ausschlaggebende Rolle für die gewünschte Personalaufstockung spiele. Im Vordergrund stehe der Eigenschutz. Wenn die Halterner Feuerwehr heute zu einem Brandeinsatz ausrücke, bestehe die hauptamtliche Staffel nicht aus der geforderten kleinsten Einheit von sechs Personen. Die Absicherung von Kameraden, die „den ersten Angriff“ bei einem kritischen Wohnungsbrand leisten, sei deshalb nicht gewährleistet. Die ausreichende Personalzahl werde von der Bezirksregierung gefordert, die im Übrigen auch eine Hilfsfrist von acht Minuten vorgebe, wenn es um die Rettung von Personen gehe.

Nur kleine Umbauarbeiten

Obwohl letztlich alle Fraktionen für die Personalaufstockung in der Rettungswache stimmten, konnten die Bauchschmerzen bei den Politikern nicht gänzlich gelindert werden. „Das Konzept ist nicht schlüssig und wird uns in den folgenden Jahren noch weitere Kosten präsentieren, wie vielleicht ein weiterer Anbau an die Feuer- und Rettungswache oder sogar die Trennung von Rettungs- und Feuerwache“, erklärte Dirk Klaus (FDP). Der Rettungsassistent hatte der Verwaltung vor der Sitzung einen umfangreichen Fragenkatalog geschickt. Die Verwaltung erklärte in ihren Antworten unter anderem, dass für die personelle Erweiterung nur kleinere Umbauarbeiten notwendig seien.

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